Studie: Forscher untersuchen, was Schüler stresst

veröffentlicht am 18.11.2014

Aufgaben, die problemlösendes Denken erfordern, stressen Schülerinnen und Schüler weniger als reproduktive Aufgaben, bei denen sie nur Wissen aus dem Gedächtnis wiedergeben müssen. Das fand Dr. Nina Minkley von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mithilfe von Analysen des Stresshormons Cortisol heraus.

"Ich glaube, Stress hat einen viel größeren Einfluss, als wir heute alle ahnen", sagt die Biologiedidaktikerin. "Mein großes Ziel ist es herauszufinden, was Schüler im Schulalltag stresst, und darauf aufbauend didaktische Methoden zu entwickeln, mit denen man dem Stress entgegenwirken kann." In einer zweiten Studie untersuchte Nina Minkley, wie das Fähigkeitsselbstkonzept Stresswahrnehmung und Cortisolspiegel beeinflusst. Es beschreibt das Bild, das eine Person von ihrem eigenen Können besitzt. Vor und nach einem Biologietest sammelte sie Speichelproben aller Teilnehmenden. Je schlechter die Schülerinnen und Schüler ihr Biologiekönnen einschätzten, desto stärker stieg durch den Test die Menge des Stresshormons. Die subjektive Angabe, wie gestresst sich die Schülerinnen und Schüler fühlten, war jedoch unabhängig vom Fähigkeitsselbstkonzept. Auch in anderen Studien hatte sich bereits gezeigt, dass Stressgefühl und Cortisolspiegel nicht direkt zusammenhängen.

Stresshormon ausschütten und Stress fühlen - nicht das Gleiche

"Natürlich sollten Schüler sich nicht übermäßig gestresst fühlen. Aber man möchte auch nicht, dass jemand sich gut fühlt, aber trotzdem einen dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel hat", so die Forscherin. Denn das Hormon wirkt auf eine ganze Reihe von physiologischen Prozessen; es erhöht zum Beispiel den Blutdruck und fährt das Immunsystem herunter.


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