Auch die angrenzende WissenschaftsScheune wird wieder ihre Pforten für wissenschaftliche Experimente öffnen. Genaues Hinsehen und derzeit siebzehn Mitmachstationen wecken Verständnis und Wertschätzung für die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen und fördern das Interesse an den wissenschaftlichen Fragen des Instituts: Wie setzen sich Pflanzen gegen Krankheiten zur Wehr? Wie sind unsere modernen Kultursorten entstanden? Wie werden Merkmale vererbt? Der Lehrgarten und die WissenschaftsScheune können zwischen Mai und Oktober nach Voranmeldung besucht werden. Die Gruppen wählen für ihren Besuch drei Themen und Stationen aus, die sie dann unter sachkundiger Anleitung bearbeiten.
Das Beispiel WeizenUnser Kulturweizen entstand aus unscheinbaren Wildformen und kommt aus dem vorderen und mittleren Orient. Die Kultivierung begann in der Jungsteinzeit, sodass die Menschen, die zuvor Jäger und Sammler gewesen waren, sesshaft wurden. Heute gibt es über dreitausend verschiedene Weizensorten, allerdings werden nur wenige davon landwirtschaftlich genutzt. Im Lehrgarten ist die gesamte Entwicklungslinie des Weizens zu sehen. Man kann sich dort auch über einen wichtigen Unterschied zwischen Wild- und Kulturformen informieren.
Weitere ThemenDie Domestikation des Weizens ist derzeit eines von knapp zwei Dutzend Themen, die im Lehrgarten und an den Mitmachstationen in der WissenschaftsScheune bearbeitet werden können. Die anderen Themen liegen in den Bereichen Genetik und Ökologie oder beschäftigen sich mit Biodiversität, nachwachsenden Rohstoffen und Pflanzenkrankheiten. In einem kleinen Musterlabor kann Erbsubstanz isoliert und auf einem Trägermaterial sichtbar gemacht werden.
Das KonzeptProfessor Saedler, ehemaliger Direktor des Instituts, hat den Lehrgarten vor 21 Jahren und die WissenschaftsScheune vor 5 Jahren ins Leben gerufen. Getragen wird sie von der Max-Planck-Gesellschaft und einem Förderverein. Jedes Jahr kommen während der Vegetationsperiode mehr als anderthalbtausend Besucher nach Köln-Vogelsang. Fast täglich sind Gruppen auf dem Gelände des Max-Planck-Instituts unterwegs. Begleitet werden sie von wissenschaftlichen Mitarbeitern und pädagogischen Fachkräften. Das Angebot knüpft an das Anliegen der Max-Planck-Gesellschaft an, mehr Interesse für die naturwissenschaftlichen Fächer zu wecken.
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