Redaktion / PM
01.03.2011

D21-Bildungsstudie: Digitale Medien in der Schule

Die digitale Revolution macht weiterhin einen Bogen um den Unterricht an deutschen Schulen. Zwar verfügen 89,5 Prozent der Schulen bereits über Computer, allerdings steht in nur 7,5 Prozent der Fälle tatsächlich jeder Schülerin und jedem Schüler im Klassenzimmer ein Computer, Notebook oder Netbook zur Verfügung. Je mobiler und damit flexibler ein Gerät ist, desto häufiger wird es auch genutzt.
 

Trotz dieser Situation sind die befragten Lehrkräfte zum Großteil mit der Ausstattung an digitalen Medien an ihren Schulen zufrieden, bemängeln aber gleichzeitig fehlende Konzepte, die geringe Zahl an Weiterbildungen sowie nicht schulgerechte Soft- und Hardware, um die digitalen Medien nachhaltig in den Unterricht zu integrieren. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Bildungsstudie "Digitale Medien in der Schule" der Initiative D21, für die TNS Infratest über 300 Lehrkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet befragte, die Mathematik oder ein naturwissenschaftliches Fach unterrichten.

 

Zentrale Ergebnisse der Studie

Keine Konzepte, wenig fachkundiges Personal
Der Einsatz von digitalen Medien in deutschen Schulen ist nach wie vor von Mangel geprägt - insbesondere bei Computern. Bei inhaltlichen oder technischen Fragen ist die Mehrheit der Lehrkräfte (über 70 Prozent) weiterhin auf sich selbst gestellt. Die Lehrkräfte erhalten zusätzlich nur eingeschränkt Schulungen oder Hilfestellungen.

Kaum fachspezifische Soft- und Hardware
Entsprechend werden im Unterricht kaum fachspezifische Soft- und Hardware eingesetzt, obwohl die große Mehrheit der befragten Lehrkräfte (80 Prozent) darin einen positiven Einfluss auf den Unterricht sehen würde. Zudem wird auf klassische Standardsoftware zurückgegriffen, die meist bereits mit der Hardware mitgeliefert wird.

Lehrkräfte greifen auf Online-Inhalte zurück
Bei der Nutzung von allgemeinen Webseiten (Wikipedia, Suchmaschinen) oder Internet-Plattformen (lehrer-online.de, gutefrage.net, 4teachers.de) zeigt sich das Bild, dass bereits über die Hälfte der Lehrkräfte auf Online-Inhalte für ihren Unterricht oder die Unterrichtsvorbereitung zurückgreifen.

Fazit

Festzuhalten bleibt nach den vorliegenden Studienergebnissen, dass die digitalen Medien den Weg in die Schule, aber nicht in den Unterricht gefunden haben. Besonders das Verhältnis von Technik zur Schülerzahl weist eine große Diskrepanz auf. Dass Lehrkräfte sehr wohl gerne digitale Medien nutzen, zeigt die hohe private Nutzung und die Nutzung zur Vorbereitung des Unterrichts. Es fehlt allerdings aktuell an methodischen und fachdidaktischen Konzepten, entsprechender Weiterbildung und an angepasster Hard- und Software, um digitale Medien erfolgreich in den Unterricht zu integrieren.

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