Berlinerinnen und Berliner jüdischer Herkunft, ob religiös oder säkular, prägten die deutsche Hauptstadt während des Kaiserreichs und der Weimarer Republik maßgeblich. Die Liste prominenter Vertreterinnen und Vertreter wäre zu lang und willkürlich, um sie hier aufzuführen. Entsprechend groß, ja unwiderruflich erwies sich der menschliche und kulturelle Verlust, den Berlin durch die Vertreibung und die Vernichtung der Juden in der NS-Zeit erlitt. Inzwischen ist die jüdische Gemeinde wieder auf 11.000 Mitglieder angewachsen, jedoch nach wie vor antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt.
Leo-Baeck-ProgrammDas Leo-Baeck-Programm "Jüdisches Leben in Deutschland - Schule und Fortbildung" hat es sich zum Ziel gesetzt, jüdische Geschichte als integralen Bestandteil der deutschen Geschichte zu vermitteln. Juden sollen damit als Akteure der Geschichte und nicht mehr ausschließlich in der Opferperspektive dargestellt werden.
Wer war Leo Baeck?Leo Baeck (1873 - 1956) war ein bedeutender Rabbiner des liberalen Judentums. Ab 1933 leitete er die "Reichsvertretung der Deutschen Juden", deren Aufgabe von humanitärer Unterstützung, Bildungsangeboten (so auch für die aus den öffentlichen Schulen ausgeschlossenen jüdischen Schülerinnen und Schüler) bis hin zur Unterstützung bei der Vorbereitung zur Auswanderung aus Deutschland reichten. Er überlebte, schwer misshandelt, das KZ Theresienstadt und zog 1945 nach London. 1947 gründete er das später nach ihm benannte "Institut zur Erforschung des Judentums in Deutschland seit der Aufklärung". 1953 erhielt Baeck das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
History und Oral History - Jüdisches Leben in BerlinDas vom Leo-Baeck-Programm geförderte Projekt "History und Oral History - Jüdisches Leben in Berlin" widmet sich der schulischen Vermittlung jüdischen Lebens in Berlin vor dem Holocaust. Ziel ist die integrative Vermittlung deutsch-jüdischer Geschichte. Im Zentrum stehen dabei die individuellen Lebensgeschichten der Zeitzeugen: Sie sollen Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das jüdische Leben der zwanziger und dreißiger Jahre in Deutschland vermitteln.
In dem Projekt "History und Oral History - Jüdisches Leben in Berlin" haben Dr. Klaus Hermann vom Institut für Judaistik und das Visual History Archive Team des Center für Digitale Systeme (CeDiS) an der Freien Universität Berlin neue Bildungsmaterialien entwickelt.
Das Arbeitsheft und die DVD sind für den Schulunterricht höherer Jahrgangsstufen geeignet und lassen sich beim CeDiS per E-Mail bestellen.
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