Dr. Stefanie Schäfers

Unterrichtsverlauf

Die Lernende befassen sich unter mediendidaktischen Gesichtspunkten mit Herders Schrift. Zur Sicherung der Arbeitsergebnisse erstellen sie ein Arbeitsblatt.

Wiederholen "modern" verpackt

Nach einem gemeinsamen Einstieg ins Thema bereiten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsteiliger Gruppenarbeit einzelne (gekürzte) Textausschnitte von Johann Gottfried Herders "Abhandlung über den Ursprung der Sprache" als Kurzreferate auf. Als Vertiefung werden die Ergebnisse in Form eines anschaulichen Arbeitsblatts gesichert. Diese Sicherung erfolgt dabei in  mediendidaktisch "moderner" Form durch zum Teil spielerischen Umgang mit dem Material. Die Jugendlichen schulen so integrativ ihre Kenntnisse der Textverarbeitung, üben sich aber auch in alternativen Methoden der Präsentation von Ergebnissen und sichern Gelerntes ohne den Eindruck des vordergründigen "Wiederholens", das jedoch im eigentlichen Sinne damit bezweckt wird.

Materialien mit lo-net² verwalten

Datensicherung
Alle Zwischen- und Endergebnisse wie auch die (originalen) Materialien, Linkverweise oder Chatprotokolle zum Austausch der Materialien sollten dabei kontinuierlich auf einem Server gesichert werden, der allen Schülerinnen und Schülern ständig verfügbar ist, zum Beispiel in der Dateiablage von lo-net². Hier kann die Lehrkraft vorbereitend sämtliche Arbeitsblätter hochladen (Arbeitsblätter 1 bis 5), wobei Arbeitsblatt 5 mit den Textauszügen als Einheit zum Download angeboten werden sollte, um noch den Eindruck einer (gekürzten) Ganzschrift zu wahren.

herder-sprache_ab05.doc
 

Die Einheit als Portfolio
Denkbar ist auch, die gesamte Einheit als Portfolio zusammenstellen zu lassen. Hierfür werden alle Materialien inklusive der Referats-Handouts und selbst erstellten Arbeitsblätter ausgedruckt und von den Schülerinnen und Schülern eigenständig zu einem Sammelheft zusammengestellt, um die korrekte Dokumentation des Gelernten als Leistung der sonstigen Mitarbeit mit zu bewerten.

Website oder Wiki
Mithilfe zweier Schülerinnen und Schüler, die als Administratoren im Kurs mit der Verwaltung der Dateien und Ordner in lo-net² betraut werden, lassen sich die Arbeiten und Ergebnisse der Kleingruppen organisatorisch in weiteren Unterordnern sichern, die abschließend in Form einer Website oder eines Wikis aufgestellt werden können (siehe Website-Generator und Wiki-Funktion in lo-net²). Die Schülerinnen und Schüler können so zur kontinuierlichen Verfolgung der Ergebnisse den Aufbau der Wikis vorantreiben und zur späteren Wiederholung eigenständig hier linear das Gehörte und Gelesene nachverfolgen. Dabei lernen sie indirekt die Verwaltung digitalisierter Materialien.

Einstieg in die Thematik

  • Quellenangaben
    Als Einstieg in die Thematik bietet sich der Blick auf die Quellenangaben von Herders Schrift an (siehe Arbeitsblatt 1) - seine Abhandlung gewann den ersten Platz einer sprachwissenschaftlichen Ausschreibung des 18. Jahrhunderts zum Thema "Ursprache".
  • Biografie
    Verbunden hiermit lohnt sich ein Blick auf die bewegte Biografie des Universalgenies und Goethe-Förderers, dessen Lebensdaten und berufliche Stationen sich gut in einem stichwortartigen Steckbrief zusammenfassen lassen. Diese Informationen können von den Lernenden über eine kurze Internetrecherche zusammengestellt werden.
  • Ursprache
    Zum Einstieg sollte, je nach Leistungsfähigkeit und -bereitschaft des Kurses, kurz über die verschiedenen Tendenzen der Suche nach der Ursprache im Zeitalter der Aufklärung gesprochen werden (siehe ebenfalls Arbeitsblatt 1).
herder-sprache_ab01.docx
 

Vertiefung und Sicherung

  • Lernschwächere Kurse
    In lernschwächeren Kursen kann nun der erste Textausschnitt der Abhandlung (Arbeitsblatt 5) gemeinsam im Plenum im fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräch mit der Lehrkraft erarbeitet und zur Demonstration der nachfolgenden Abläufe zur Sicherung auch als Arbeitsblatt aufbereitet werden.
  • Lernstärkere Kurse
    Lernstärkere Kurse können direkt mit der eigenständigen Erarbeitung der Textausschnitte beginnen, nachdem die Lehrkraft die Aufgaben zur Gruppenarbeit gestellt (Arbeitsblätter 2 und 3) und die Kleingruppen gebildet (mindestens Partnerarbeit, höchstens Vierergruppen) hat.
  • Tipp
    Bei kleineren Lerngruppen bietet es sich an, zwei Textabschnitte pro Gruppe zu vergeben, um den Austausch unter den Schülerinnen und Schülern über Inhalt und Methode zu gewährleisten.
herder-sprache_ab02.doc
herder-sprache_ab03.doc
 

Methodische Hinweise

Die methodischen Hinweise für die Erstellung motivierender zusammenfassender Arbeitsblätter können die Schülerinnen und Schüler den Arbeitsblättern 2 und 3 entnehmen. Sie sind jedoch nur als Anregung zu verstehen und je nach kreativem Potenzial der Lernenden auch alternativ erweiterbar.

Mediendidaktische Möglichkeiten

Textverarbeitungskompetenz
Die hier besprochenen Methoden stützen sich größtenteils auf mediendidaktische Möglichkeiten, zum Beispiel zur Erstellung von Lückentexten, und schulen so die Textverarbeitungskompetenz der Lernenden. Gemäß den 17 Textausschnitten handelt es sich um 17 unterschiedliche Methoden, die den Gruppen entweder zur freien Auswahl präsentiert oder nach dem Ausdruck von Arbeitsblatt 4 als Schnipsel "verlost" werden können.

herder-sprache_ab04.doc
 

Lückentexte, MindMaps & Co.
Online können hierbei Lückentexte oder Arbeitsblätter mit verschobenen Zwischenüberschriften erstellt werden (siehe Link-Hinweise in den Aufgabenstellungen). Die Aufbereitung von MindMaps erfordert die Installation entsprechender Software auf den Schüler-Rechnern. In der Regel ist eine solche Funktion an Schulen vorhanden, sollte das nicht der Fall sein, können die Schülerinnen und Schüler sich jedoch auch mit einer (unsichtbaren) Tabelle und dem Einfügen von Symbolen oder Sonderzeichen behelfen.

Erarbeitung und Präsentation der Textssequenzen

Der Kern der Unterrichtssequenz liegt in den nachfolgenden Stunden in der Erarbeitung und Präsentation der Textssequenzen, an deren Abschluss eine Analyse der sprachlichen Form und ein Resümee der Gesamtergebnisse erfolgen sollte. Hierbei kann man, vor allem im Vergleich zum Ganztext Herders, der gegebenenfalls von den Schülerinnen und Schülern noch nachträglich mit gelesen werden könnte, seinen stringenten Argumentationsaufbau untersuchen, bei dem in den Textauszügen die zum Teil polemische Bezugnahme, das innere Zwiegespräch mit anderen Sprachphilosophen, in den vorliegenden Textauszügen jedoch fehlt. Im Ganzen bleibt Herders Argumentation jedoch eine normative - der Sprachursprung kann nicht empirisch untersucht werden, sondern ist im Sinne einer Philosophie rein spekulativ, versucht logische Schlussfolgerungen aus beobachtbaren Phänomen zu ziehen.

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