Florian Emrich
07.07.2009

Inhalte der Arbeitsplattform

Auf dieser Seite werden die Bereiche Klassentagebuch, Klassenlexikon und Geschichtensammlung genauer beschrieben und anhand von Screenshots veranschaulicht.

Das Klassentagebuch

Reflexion der Lernprozesse
Beim Klassentagebuch handelt es sich um einen sehr einfach gehaltenen Weblog (Blog). Alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse haben hier die Möglichkeit, Berichte über das Klassenleben in Tagebuchform zu veröffentlichten. Sie reflektieren hierbei ihren eigenen Lernprozess und schreiben die für sie bedeutsamen Inhalte auf. Besonderes Augenmerk wurde bei der Gestaltung des Mäuselabors darauf gelegt, dass die Kinder ihre Texte möglichst einfach erstellen, formatieren und überarbeiten können.

 

Rückmeldungen leicht gemacht

Die Lehrkraft der Klasse hat die Möglichkeit, die Beiträge der Kinder zu lesen und ihnen individuelle Rückmeldung in Form von Notizen zu geben (siehe Abb. 1, klicken zum Vergrößern). Diese erscheinen unter den Beiträgen der Kinder, sind aber nur für das Autorenkind sichtbar. So kann die Lehrkraft durchaus kritische Anmerkungen hinterlassen, ohne das Kind dadurch vor der Klasse bloßzustellen. Das Autorenkind wiederum hat stets die Möglichkeit, die Anregungen der Lehrkraft aufzugreifen und seinen Beitrag dahingehend zu überarbeiten. Alle anderen Kinder können ebenfalls Rückmeldung zu einem Beitrag geben und dafür die aus herkömmlichen Blogs bekannte Kommentarfunktion nutzen. Auch dieses Feedback kann das Autorenkind dann nutzen, um seinen Beitrag zu optimieren. Die veröffentlichten Beiträge sind also nie endgültig, sondern können stets verändert werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Präsentation mithilfe von Lernplakaten et cetera, da auf Rezipientenfeedback direkt reagiert werden kann, ohne das Lernprodukt komplett neu gestalten zu müssen.

 
 

Texteingabe im Mäuselabor

Die Eingabe der Texte erfolgt hierbei über eine intuitiv zu bedienende Eingabemaske (siehe Abb. 2, klicken zum Vergrößern), die stark an die aus Word bekannte Arbeitsoberfläche angelehnt wurde, jedoch auf wenige relevante Formatierungsoptionen reduziert wurde. Die Oberfläche ist in allen Aktivitäten gleich gehalten, so dass sich die Schülerinnen und Schüler stets sofort zurechtfinden. Neben der Formatierung von Text besteht auch die Möglichkeit, mit wenigen Mausklicks Bilder in den Text einzufügen.

 
 

Integrierte kindgerechte Hilfefunktion

Wenngleich versucht wurde, alle Optionen zur Formatierung und Gestaltung der Text möglichst einfach zu halten, so könnten insbesondere bei unerfahrenen Schülerinnen und Schülern Fragen zur Bedienung auftreten. Daher steht jedem Schüler ein eigenes Handbuch bereit, in dem die wichtigsten Funktionen mit vielen Screenshots erläutert werden (siehe Abb. 3, klicken zum Vergrößern). In der Praxis hat sich gezeigt, dass dieses "Laborhandbuch" eine große Erleichterung für die Kinder gewesen ist.

 

Die Handbücher
Die Arbeit mit dem Mäuselabor wird sowohl auf Seiten der Kinder als auch auf Seiten der Lehrkräfte durch zwei Handbücher unterstützt. Im Schülerhandbuch, dem sogenannten Laborhandbuch, sind alle Aktivitäten und deren Bedienung mit zahlreichen Screenshots und Handlungsanweisungen beschrieben. In der Unterrichtspraxis zeigte sich, dass die Kinder mit den Erläuterungen sehr gut zurechtkamen und so selbständig im Mäuselabor agieren konnten. Für die Lehrkräfte steht ein Lehrerhandbuch bereit, in dem die Einrichtung und Verwaltung eines Klassenraums beschrieben ist. Hier ist vor allem erläutert, welche Schritte nötig sind um die Beiträge der Schülerinnen und Schüler zu überarbeiten oder ihnen Rückmeldung zu geben. Neben einem Lehrer, der den Klassenraum der eigenen Klasse betreut, benötigt jede Schule zudem noch einen Administrator, der die einmalige Einrichtung des Mäuselabors übernimmt und die Nutzerkonten der Kinder einrichtet. Das hierzu nötige Administratorenhandbuch ist derzeit noch in Arbeit.

Das Klassenlexikon

Beim Klassenlexikon handelt es sich um ein auf Basisfunktionen reduziertes Wiki (siehe Abb. 4, klicken zum Vergrößern). In der Grundinstallation beinhaltet es eine leere alphabetische Liste, in die die Schülerinnen und Schüler mithilfe der Eingabemaske neue Beiträge einfügen können. Anhand der in Wikis üblichen Syntax (die im Laborhandbuch ausführlich beschrieben ist) können die Kinder die bekannten Verlinkungen zwischen einzelnen Artikeln einbinden, so dass im Laufe der Zeit ein komplexer Hypertext entstehen kann. Im Gegensatz zu den anderen Aktivitäten des Mäuselabors können die Artikel des Klassenlexikons von jedem Kind einer Klasse bearbeitet werden. So können sich die Kinder in kooperativer Arbeitsphase gegenseitig bei der Weiterentwicklung der Texte unterstützen und ergänzen.

 

Die Geschichtensammlung

Die Geschichtensammlung ist in erster Linie für den Deutschunterricht konzipiert worden. Hier können die Schülerinnen und Schüler einer Klasse ihre eigenen Texte (Geschichten oder Gedichte) eintragen, überarbeiten und am Ende auch veröffentlichen. Auch hier steht den Kindern die bekannte Eingabemaske zur Verfügung. Alle Geschichten lassen sich über einen Button auch auf dem lokal angeschlossenen Drucker ausgeben. Eine Besonderheit der Geschichtensammlung ist, dass die Schülerinnen und Schüler stets entscheiden können, ob eine Geschichte vorerst in ihre private Geschichtensammlung aufgenommen werden soll oder schon in den Geschichtenschatz der gesamten Lerngruppe. So können die Kinder ihre Geschichten in mehreren Schritten verfassen und redigieren, ehe sie veröffentlicht werden.

Sicherheit im Mäuselabor

Bei so viel Aktivität im Internet darf natürlich der Jugendmedienschutz nicht außer Acht gelassen werden, denn beim Mäuselabor handelt es sich dem Grunde nach um eine Internetseite. Diese kann entweder lokal begrenzt im Intranet installiert oder auf einem Internetserver global erreichbar sein. Damit aber auch bei dieser globalen Verfügbarkeit die Sicherheit der Kinder gewährleistet bleibt, ist der Zugriff auf jegliche Inhalte des Mäuselabors nur mittels eines eigenen Benutzerkontos möglich. Zur Nutzung meldet sich die Schülerin oder der Schüler mit den individuellen Zugangsdaten an. Danach erhalten die Kinder Zugriff auf ihren Klassenraum. Neben den Lehrkräften können auch die Eltern ein Nutzerkonto in Form eines Gastkontos erhalten. Sie haben dann in allen Klassenräumen Leserechte, können aber selbst nicht aktiv Einfluss auf das Geschehen nehmen. Durch diese Maßnahmen bleibt die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler gewahrt. Sie agieren innerhalb eines nach außen abgeschlossenen Raumes.

Informationen zum Autor

Florian Emrich studierte in Köln die Fächer Mathematik, Deutsch und Evangelische Religionslehrer und unterrichtet inzwischen an der KGS Niederkassel. Seine zweite Staatsarbeit wurde mit dem dritten Platz beim Wettbewerb "ExaMedia 2009" ausgezeichnet.

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