Prof. Dr. Heidi Schelhowe, Corinne Büching
13.05.2009

Gendergerechte Pädagogik in den Naturwissenschaften

Gerade in den naturwissenschaftlichen Schulfächern ist eine Sensibilisierung der Lehrkräfte bezüglich der Genderthematik viel versprechend und kann maßgeblich zur Verbesserung des Schulerfolgs von Schülerinnen und Schülern, der Erhöhung ihrer Motivation und zur Verbesserung der Unterrichtsatmosphäre beitragen.
 

Lehrerinnen und Lehrer können durch ihr Verhalten sowohl zur Behinderung als auch zur Herstellung von Chancengleichheit in der Schule beitragen. Durch einen nicht reflektierten Umgang mit der Geschlechterfrage wirken Lehrkräfte an Konstruktionen von sozialem Geschlecht in der Interaktion mit den Lernenden mit (vergleiche BMBWK, 2005: 7). Ein geschlechtergerechter Unterricht hat dagegen gleiche Lernchancen für alle Schülerinnen und Schüler zum Ziel.

 

Geschlecht konstruieren und Vorurteile bestätigen

Sex und Gender

Während "Sex" das biologische Geschlecht meint, ist unter "Gender" das soziale Geschlecht zu verstehen.

Geschlechterkonstruktion auch in der Schule

So verhalten sich Lehrkräfte Mädchen und Jungen gegenüber unterschiedlich und sind, so zeigen einschlägige Untersuchungen, zum Teil überzeugt von Begabungsunterschieden beispielsweise in den Fächern Mathematik und Physik (vergleiche ebenda: 7f.). Dies ist nicht gleichbedeutend mit einer verminderten Professionalität der Lehrkräfte, weil nahezu alle Menschen in ihrem Denken, Tun und Handeln im Laufe ihres Lebens geschlechtsspezifisch geprägt worden sind. Wichtig ist, sich dessen bewusst zu sein, denn durch bewusstes Reflektieren wird die Möglichkeit zu einem geschlechtergerechteren Unterricht geöffnet.

 

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Informationen zu den Autorinnen

Prof. Dr. Heidi Schelhowe ist Hochschullehrerin an der Universität Bremen für "Digitale Medien in der Bildung" und Leiterin der Arbeitsgruppe dimeb (Digitale Medien in der Bildung). Sie ist Expertin für Gender-Fragen im Zusammenhang mit dem Computer, digitalen Medien und der Informatik.

Corinne Büching ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe dimeb (Digitale Medien in der Bildung) in Bremen. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt gegenwärtig, neben der qualitativen Biografieforschung, auf dem Wechselverhältnis von Gender, digitalen Medien und Bildung.

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