Matthias Landsberg
25.04.2006

Stationenbetrieb

Wir entdecken nicht nur Europa, sondern auch die Möglichkeiten und Grenzen bei der Nutzung des angebotenen Materials.

Die Gestaltung des Klassenzimmers

Für den Europa-Unterricht unterteilen wir die Klasse in unterschiedliche Funktionsbereiche. Die Aufteilung des Unterrichtsgeschehens auf mehrere Stationen entzerrt das Schüleraufkommen an den beliebteren Stationen und ermöglicht den Kindern individuelle Verweil- und Arbeitszeiten.

 

Vier Funktionsbereiche
Den Schülerinnen und Schülern stehen folgende Arbeitsbereiche zur Verfügung:

  • der Sprachen-Bereich, in dem die Kinder mit den schuleigenen Laptops aus dem UNIT21-Projekt das Internetportal Lingoland besuchen können.
  • der Schreib-Bereich (eigentlich sind es zwei), an dem die Kinder mit Arbeitsbüchern und Kopiervorlagen arbeiten.
  • der Lernwerkstatt-Bereich, in dem die Kinder in der Medienecke mit der Lernwerkstatt und dem Internet arbeiten.
  • der Info-Bereich, an dem die Kinder sich anhand von Wandkarten über die Staaten Europas informieren können.

Grafische Übersicht

europatour_klassenplan_ab01.pdf
europatour_stationen_ab02.pdf
 

Lingoland

Die Kinder arbeiten am Computer mit dem Kinder-Internetportal Lingoland. Sie hatten keinerlei Schwierigkeiten sich in "Lingoland" zu orientieren. Die Buttonleiste auf der linken Seite des Browserfensters, die aufpoppenden Texthinweise sowie die Identifikationsfigur Lingo erleichterten ihnen den Zugang.

 

Sprachen-Quiz und Lexikon
Das Sprachen-Quiz (Symbol: Schultafel) wirkte besonders anziehend, weil die Kinder hier Wörter aus unterschiedlichen Sprachen miteinander vergleichen konnten. Im Lexikon (Symbol: Buch) können die Schülerinnen und Schüler häufig gesprochene Wörter nachlesen und sich in einem Kontext als Satz vorsprechen lassen. Motivierend wirkte zudem, dass sich bei erfolgreichem Absolvieren des Sprachen-Quiz eine Urkunde als kleine Belohnung ausdrucken ließ.

Einsatzmöglichkeiten von Lingoland
Die von Lingoland angebotene Möglichkeit mit Kindern ein Sprachlernprojekt zu beginnen, mit ihnen interaktive und didaktische Sprachlernaufgaben zu erproben, erscheint im Rahmen eines überschaubaren Unterrichtsprojektes wenig sinnvoll. Lingoland ist wohl auch nicht darauf ausgelegt solch ein Projekt im Klassenverband durchzuführen. Sollen die Kinder eine eigene Homepage online stellen, muss auch immer eine E-Mail-Adresse vorhanden sein, was wohl nicht in jedem Fall zutreffend sein kann. Für die Bereiche "Homepage bauen" (Symbol: Computer) und "Sprachkurs" (Symbol: Untertasse) bietet sich Lingoland eher für das Üben und Lernen zuhause an. Damit sich die Kinder nicht untereinander stören, ist es hilfreich, mit Kopfhörern zu arbeiten.

Der Schreibbereich

Den Kindern standen das Schülerbuch "Schlag nach im Sachunterricht" (Band 3/4) sowie dazu passende Arbeitsblätter aus dem entsprechenden Lehrerband und das Arbeitsheft "Euro-Land entdecken" zur Verfügung. Zusätzlich konnten sie am Computer auf der Lingoland-Website den Bereich "Europa-Atlas" nutzen.

 

Erfahrungen
Die Aufgaben waren zu einem großen Teil selbst erklärend. Als sehr ergiebig erwiesen sich die Möglichkeiten des Europa-Atlas. Informationen über ein Land, bekannte Lieder, ein kleines Video, Fotos und weiterführende Links bieten eine Fülle von Beschäftigungsmöglichkeiten.

Grenzen
Die Kinder benötigten einige Unterstützung um sich auf der Europakarte zu orientieren, die richtigen Hauptstädte sowie Besonderheiten eines Landes herauszufinden. Einige Schülerinnen und Schüler arbeiteten auch zu oberflächlich, um schnell Ergebnisse vorwiesen zu können. Eine Nachkontrolle durch die Lehrkraft ist notwendig.

Der Lernwerkstatt-Bereich

Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Software Lernwerkstatt 6 aus der Medienwerkstatt Mühlacker ein. Für unsere Kinder ist es ein eingeführtes Unterrichtsmaterial. Funktions- und Arbeitsweise sind ihnen seit dem ersten Schuljahr bekannt.

 

Erfahrungen
Die Fragen zum Thema "Europa" (Stumme Karte) im Wissensbereich der Lernwerkstatt lassen sich gut in den Stationenbetrieb einbinden. In den Internetbereich der Lernwerkstatt ist zudem eine Fülle vorgefertigter Links zum Thema "Europa" eingearbeitet. Die Kinder arbeiteten selbstständig. Das Konzept, einen Computer für die Europakarte und einen für das Internet zu reservieren, hat sich bewährt.

Der Info-Bereich

Die Wand vor der Tafel diente als Funktionsbereich vier. Im so genannten "Info-Bereich" waren verschiedene Europakarten aufgehängt, auf denen die Schülerinnen und Schüler nachschauen, sich orientieren und informieren konnten.

 

Erfahrungen
Die Kinder nutzten die Möglichkeiten zur Information sehr unterschiedlich: Manche orientierten sich an den Wandkarten, andere nahmen den Europa-Atlas aus dem Lingoland-Portal als Angebot wahr. Wieder andere verwendeten das Schlag-nach-Buch als Informationsquelle.

Fazit

Auffällig waren die vielen Gespräche, die die Kinder sachbezogen miteinander führten. So konnten sie sich sehr gut gegenseitig helfen und sich untereinander (auch) bei technischen Problemen - beispielsweise beim Umgang mit dem Computer - Tipps geben. Der Einsatz des Internetportals Lingoland im Unterricht hat sich bewährt. Es bietet den Schülerinnen und Schülern vielfältige Zugänge zu europäischen Ländern. Wenn nun das Staaten- und Sprachen-Angebot noch weiter ausgebaut wird, ist Lingoland ganz bestimmt ein "Muss" für den Grundschulunterricht.

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