Die historischen AngriffeDer alliierte Bombenagriff auf Dresden am 13., 14. und 15. Februar 1945 gehört zu den schwersten des Zweiten Weltkrieges. Über seine militär-strategische Notwendigkeit wird bis heute gestritten, wie die Diskussion um Jörg Friedrichs Buch 'Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg' zeigt.
Die OpferDer Luftangriff auf Dresden, das sind unzählige Spreng- und Brandbomben von über 1.100 britischen und amerikanischen Bombern, die die Stadt in Schutt und Asche legten. Neben dem Wahrzeichen der Stadt, der Frauenkirche, wurden allein 80.000 Wohnungen wurden zerstört. Unklar ist bis heute die Zahl der Menschenopfer. Es dürften nach Meinung der meisten Forscher zwischen 25.000 und 40.000 gewesen sein. Angaben von bis zu 250.000 Opfern gelten als unrealistisch, obwohl viele Flüchtlinge sich in der Stadt befanden, die geglaubt hatten, hier sicher zu sein.
Die Frage nach dem SinnWelchen Sinn hatten dies Angriffe? Rache und Vergeltung für die deutschen Angriffe auf England, beispieslweise Coventry? Demonstration der alliierten Luftüberlegenheit? Hilfe für die einmarschierende Rote Armee? Ein Mittel der psychologischen Kriegsführung?Fakt ist, es traf die Stadt und die Zivilbevölkerung und keine Armeeeinheiten und militärisch-strategischen Ziele.
Eine große HerausforderungBietet eine solche historische Begebenheit Stoff für ein Liebesdrama? Können die geschichtlichen Ereignisse als Hintergrundfolie für eine packende Handlung genutzt werden? Im Auftrag des ZDF hat Stefan Kodlitz mit der Unterstützung von Fachhistorikern, darunter Prof. H. Mommsen, eine Spielfilmhandlung entworfen, die die Ereignisse von Dresden in Schicksalen widerspiegelt.
InhaltAnna Mauth arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus und versorgt schwerverletzte Frontsoldaten. Sie und der Oberarzt Alexander Wenninger wollen heiraten. Die Verlobung wird mit einem großen Fest begangen, ganz im Stil bürgerlicher Tradition. Die Situation ändert sich, als Anna sich in den verletzten Soldaten Robert verliebt, der sich im Keller des Krankenhauses versteckt hält. Robert gesteht ihr, dass er einer der verhassten englischen Bomberpiloten ist. Dies passiert angesichts des bevorstehenden Infernos, des Luftangriffs auf Dresden.
Der Film macht Geschichte erlebbar"Dresden" ist keine Dokumentation, sondern ein Spielfilm, der die Fiktion nutzt, um dem Zuschauer den Ablauf der Ereignisse "filmisch erlebbar" (laut ZDF-Info) zu machen. Fiktion veranschaulicht und stellt Historie dar. Dies ist ein sehr anspruchvolles Unterfangen und stellt höchste Ansprüche nicht nur an Ausstattung und Szenerie, sondern vor allen Dingen an die Schauspieler. Denn es geht ja nicht nur um die Spielfilmhandlung an sich, es geht gleichwertig um die historischen Ereignisse. Die Darsteller verkörpern natürlich individuelle Charaktere, darüber hinaus jedoch müssen diese 'zeittypische Merkmale' aufweisen. Das Individuelle repräsentiert das Allgemeine.