Günther Neumann
29.07.2005

Welche Anforderungen sollte Lernsoftware erfüllen?

Neben konstruktiven Fehlerrückmeldungen sind die Möglichkeiten, als Lehrkraft Inhalte und Übungen individuell zuweisen und ergänzen zu können, zentrale Voraussetzungen eines guten Lernprogramms.

Bewertungskriterien

  • Problemlösungsstrategien fördern
    Lernen heißt, ausgehend von realistischen Fragestellungen Regeln für eine erfolgreiche Problembewältigung zu entwickeln und Lösungsstrategien aufzuzeigen, anzuwenden und einzuüben. In vielen Produkten wird dieser Prozess nicht oder zu wenig berücksichtigt.
  • Aus Fehlern lernen
    Lernen heißt auch, Fehler machen zu dürfen, aus deren Berichtigung man erkennt, wie künftige Fehler zu vermeiden wären. Das Feedback beschränkt sich jedoch oft auf die bloße Feststellung "richtige" oder "falsche" Lösung.
  • Die Mär vom Lehrplan
    Kommerzielle Software wird in der Regel im gesamten deutschsprachigen Raum angeboten. Da die Lehrpläne der Schulen jedoch in einzelnen Bundesländern Deutschlands und erst recht in Österreich oder der Schweiz voneinander abweichen, ist der Hinweis "abgestimmt auf den Lehrplan" wenig aussagekräftig.
  • Nicht zu verspielt
    Vielfach tragen kommerzielle Produkte auch die Bezeichnung "Lernspiel" oder ähnliches. Das weist auf ihren Edutainment-Charakter hin, der das Interesse der Kinder und Jugendlichen auch ohne Zutun eines Unterrichtenden durch ansprechende Grafik und motivierende Spielelemente binden soll. Oft tritt jedoch das Prodesse allzusehr hinter das Delectare zurück.
  • Steuerungsmöglichkeiten
    Die Lehrkraft hat meist keine Möglichkeit, in den Ablauf des "Lernspiels" einzugreifen, bestimmte Übungen gezielt anzuwählen oder eigene Aufgabenstellungen zu importieren. Bestenfalls können weitere vorgefertigte Lektionen eingebunden werden. Solche Programme sind für den Einsatz in der Schule wenig geeignet.

Merkmale von Tutor

Das Programm "Tutor" versucht, diese skizzierten Schwächen zu vermeiden.

  • Anschauliche Regeln
    Die Regeln der Rechtschreibung in den berücksichtigten Fällen werden erklärt und mit Beispielen veranschaulicht. Wenn möglich, werden einprägsame Lernhilfen, so genannte Eselsbrücken, angeboten.
  • Individualisierte Rückmeldungen
    Bei jeder eventuellen Fehleingabe der Schülerinnen und Schüler gibt es eine individuelle Fehlermeldung, die auf die Spur der richtigen Lösung führen soll.
  • Keine ablenkenden Elemente
    Auf bunte Farben, bewegte Grafik und schrillen Ton wurde bewusst verzichtet, damit die Nutzer nicht vom eigentlichen Ziel abgelenkt wird. Jede Schülerin und jeder Schüler kann Lernen und Spielen klar voneinander trennen; dem trägt dieses Programm Rechnung.
  • Klare Aufgabenaufteilung
    Der Einsatz während des Deutschunterrichts in der Schule erfordert es, dass die Lehrkraft klar bestimmen kann, mit welchen Teilaufgaben sich die Lernenden beschäftigen. In "Tutor" ist jede Lern- oder Übungsseite über das Menü gezielt abrufbar. Durch Anklicken des Schalters mit der Aufschrift "Weiter" ist eine eindeutige und sinnvolle Reihenfolge der Seiten ("Sequenz") vorgegeben.
  • Erweiterungs- und Steuerungsmöglichkeiten
    Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, das Programm durch eigene Übungstexte zu erweitern. Auf einfache Weise können Dateien mit Übungssätzen, Lückentexten und Bestimmungsübungen erstellt werden. So lassen sich Texte den Bedürfnissen jeder Lerngruppe anpassen.

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Material
 
lo-extra
Leseförderung
  • Leseförderung
    Leselust lässt sich auch mit digitalen Medien fördern - in allen Schulformen.
Besucher-Hits
 
  • Online-Übungen Lesetechnik
    Online-Übungen helfen bei Auf- und Ausbau von Lesestrategien.
  • Krabat
    Lernende lesen selbstgesteuert und erstellen ein Dossier zum Buch.
  • Stilmittel
    Die Lernenden setzten sich kreativ mit verschiedenen Stilmitteln auseinander.
 
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