Redaktion

SINUS-Module

Die elf SINUS-Module im Überblick mit Praxisbeispielen aus den Fachportalen von Lehrer-Online

Übersicht

Die Programmelemente von SINUS-Transfer sind modular aufgebaut. Sie lassen Raum für Ergänzungen und individuelle Entwicklungen, sind aber klar in ein Gesamtkonzept eingebettet. Auf dieser Seite finden Sie

  • eine Kurzbeschreibung der einzelnen Module.
  • Links zu ausführlichen Infos zu den jeweiligen Modulen auf der SINUS-Transfer-Homepage.
  • eine Liste der Lehrer-Online-Unterrichtseinheiten mit Bezug zu den jeweiligen Modulen (soweit vorhanden).
1. Weiterentwicklung der Aufgabenkultur
nach oben
 

Modul 1 kann als Basismodul bezeichnet werden, da es sehr eng mit vielen weiteren Modulen verknüpft ist. Die Aufgabenstellung alleine ist kein Maß für Unterrichtsqualität. Entscheidend ist die Einbettung in die gesamte Unterrichtssituation. Variable Lösungsansätze, Diskussionen und Interpretationen gestalten auch "klassische" Aufgaben zu interessanten und wertvollen Elementen des Unterrichts.

Praxisbeispiele im Fachportal Mathematik

Praxisbeispiele im Fachportal Physik

2. Naturwissenschaftliches Arbeiten
nach oben
 

Die Schülerinnen und Schüler sollen das Experimentieren als zielgerichtetes und systematisches Vorgehen erfahren. Dazu muss es ihnen im Unterricht möglich sein, Fragestellungen und Vermutungen zu formulieren, Versuche eigenständig zu planen, ihre Ergebnisse aufzubereiten und zu interpretieren sowie ihre Vorgehensweise reflektieren zu können. Zwar gibt es umfangreiche Repertoires an guten Demonstrations- oder Schülerversuchen zu vielen Sachgebieten. Es besteht jedoch ein erhebliches Defizit in dem Bemühen, das naturwissenschaftliche Arbeiten in den einzelnen Fächern aufeinander zu beziehen und abzustimmen.

Praxisbeispiele im Fachportal Mathematik

3. Aus Fehlern lernen
nach oben
 

Falsche mathematisch-naturwissenschaftliche Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern, die sich durch eine gemeinsame Fehlerlogik auszeichnen, sind Lerngelegenheiten, die nicht verpasst werden sollten. Dies setzt jedoch voraus, dass Fehlermachen im Unterricht ohne Bewertung und Beschämung erlaubt ist und Routinen verfügbar sind, mit Fehlern lernfördernd umzugehen.

Praxisbeispiele im Fachportal Mathematik

4. Sicherung von Basiswissen
nach oben
 

Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht werden Lehrkräfte oft mit ausgeprägten Unterschieden im Vorwissen konfrontiert. Der Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen gelingt unter anderem durch Problemstellungen oder Übungsaufgaben, die Lösungen auf unterschiedlichen Niveaus zulassen. Unterricht, der optimal individuell fördert, trägt dazu bei, dass sich die Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern vergrößern. Für den Unterricht ergibt sich daraus die Herausforderung, auch bei einer Auseinanderentwicklung der Leistungsniveaus sicherzustellen, dass der größte Teil der Schülerschaft das notwendige mathematisch-naturwissenschaftliche Grundwissen erwirbt.

5. Kumulatives Lernen
nach oben
 

Schülerinnen und Schüler müssen spüren, dass ihre fachbezogenen Kompetenzen wachsen. Lernanstrengungen erweisen sich dann als lohnend, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird gestärkt. Dieses Ziel wird erreicht, wenn die Lernenden erkennen können, wie die Lerninhalte aufeinander aufbauen und in dieser Verknüpfung die Grundlage für ein Verständnis komplexer und auch neuer Sachverhalte schaffen. Voraussetzung dafür ist eine kohärente und kumulative Sequenzierung des Lehrstoffs. Der Unterricht gewinnt Kohärenz durch vertikale Verknüpfungen, die zwischen früheren, aktuellen oder auch zukünftigen Lerninhalten hergestellt werden. Entsprechende Möglichkeiten vertikaler Verknüpfungen sind in den Fachlehrplänen jedoch nur zum Teil ausgewiesen oder angedeutet. Zu entwickeln und zu erproben sind Unterrichtseinstiege und Aufgabenstellungen, die früher Gelerntes mit dem aktuellen Lehrstoff systematisch verbinden.

6. Fächerübergreifendes Arbeiten
nach oben
 

Horizontale Verknüpfungen zwischen Inhalten, Fragestellungen und den Verfahren der Mathematik, Biologie, Chemie und Physik können genutzt werden, um komplexe Probleme zu bearbeiten und die wechselseitige Bezogenheit der Fächer sichtbar zu machen. Sie fördern die vielfältige Vernetzung von Wissen, während die strenge Abgrenzung der Fächer dazu beiträgt, dass es vielen Schülerinnen und Schülern nicht gelingt, Bezüge zu ihrem Alltag und ihrem vorhandenen Wissen zu knüpfen.

Praxisbeispiele im Fachportal Mathematik

7. Förderung von Mädchen und Jungen
nach oben
 

PISA 2003 attestierte den Mädchen bei der Lesekompetenz und dem Problemlösen bessere Fertigkeiten als ihren Mitschülern. Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich haben letztere (noch?) die Nase vorn. Erklärtes Ziel muss sein, Mädchen und Jungen zu fördern. Die zentralen Elemente eines guten Unterrichts sind geschlechtsneutral. Sie betreffen Inhalte und Methoden, die den Intentionen der weiteren Module von SINUS und SINUS-Transfer in vielen Punkten entsprechen. Die geschlechtsspezifische Betrachtung birgt die Gefahr in sich, Vorurteile eher zu festigen als zu beseitigen. Förderung sollte das Individuum in den Mittelpunkt stellen mit allen seinen Stärken und Schwächen.

8. Aufgaben für kooperatives Arbeiten
nach oben
 

In den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern wird die Bedeutung sozialer Prozesse für das Lernen häufig unterschätzt. Deshalb empfiehlt es sich, das Augenmerk auch auf die sozialen Umgangs- und Arbeitsformen, vor allem auf das Kooperieren zwischen Schülerinnen und Schülern zu richten. Es unterstützt den Aufbau sozialer Kompetenzen und auch fachliche Lernprozesse. Kooperative Arbeitsformen fordern dazu auf, Gedachtes sprachlich verständlich darzustellen, zu argumentieren, andere Perspektiven einzunehmen und mit diskrepanten Ansichten und Urteilen umzugehen. Kooperative Arbeitsformen werden im Unterricht häufig aus pragmatischen Gründen vernachlässigt. Ob die von Lehrkräften befürchteten Probleme wie Unruhe, Aufwand oder unsicherer Lerngewinn tatsächlich auftreten, hängt von der Gestaltung sozialer Arbeitsformen ab. Vor allem aber müssen die Aufgabenstellungen so angelegt sein, dass Kooperation sinnvoll wird und die Schülerinnen und Schüler durch das Zusammenarbeiten für ihr Lernen profitieren.

Praxisbeispiele im Fachportal Mathematik

9. Verantwortung für das eigene Lernen stärken
nach oben
 

Der Unterricht konfrontiert Schülerinnen und Schülern mit komplexen Inhalten und Problemstellungen. Um die notwendige Ausführungssicherheit zu gewinnen, muss Neugelerntes wiederholt und auch selbstständig geübt werden. Effektives Üben muss dabei über ein bloßes Memorieren von Routinen hinausgehen. Den Schülerinnen und Schülern muss Gelegenheit gegeben werden, Lösungen eigenständig zu erarbeiten sowie unterschiedliche Übungsformen zu erproben und ihr Lernen selbst zu strukturieren und zu überwachen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Unterrichtsprojekte, Lernzirkel, Freiarbeit oder Planarbeit sind bewährte Unterrichtsformen, die eigenverantwortliches, selbstorganisiertes und kooperatives Arbeiten ermöglichen. Sie setzen jedoch bereits Fähigkeiten der Selbststeuerung und Eigenverantwortung sowie Methodenkompetenz voraus.

Praxisbeispiele im Fachportal Mathematik

10. Prüfen von Kompetenzzuwachs
nach oben
 

Ziel des schulischen Lernens ist die Entwicklung von Kompetenzen. Die Lehrkraft muss in der Lage sein, aus gezeigten Leistungen Rückschlüsse auf erworbene Kompetenzen zu ziehen. Prüfungsaufgaben, die durch simples Memorieren und schematisches Einsetzen zum Erfolg führen, gefährden das Unterrichtskonzept, das hinter SINUS-Transfer steht. Aber welche Prüfungsaufgaben sind geeignet?

11. Qualitätssicherung, schulübergreifende Standards
nach oben
 

Professionelles Handeln schließt die kritische Prüfung der geleisteten Arbeit ein. Schulinterne Qualitätsentwicklung hat die Schule als Ganzes im Blick. Gleichzeitig fordert sie, dass Fachgruppen oder Lehrerteams sich systematisch einen Überblick in den verschiedenen Fächern verschaffen. Die Diskussion der Ergebnisse kann schulinterne Stärken und Schwächen aufdecken und zu einem gemeinsamen Konzept der Qualitätsentwicklung führen. Inzwischen existieren landesinterne und länderübergreifende Initiativen, die schulinterne Evaluation und Qualitätsentwicklung unterstützen.

Dienstag, 24.05.16
 
Lehrer-Online-Newsletter
 
Besucher-Hits
 
 
Impressum | Datenschutz | Über uns | RSS-Feeds | Seite bookmarken:  del.icio.us Yahoo! My Web google Bookmarks Digg Mister Wong OneView MerklisteEmpfehlenDruckenSeitenanfang
Nicht redaktionelle Inhalte nach § 6 TMG von anderen Anbietern als Lehrer-Online werden durch den Namen des Anbieters gekennzeichnet.