Die Materialien sind unseres Erachtens gut geeignet für den Einsatz innerhalb des Englischunterrichts in der Grundschule. Das Computerprogramm ist ideal für selbsttätiges Lernen konzipiert und die daraus resultierende Lerneffektivität bewerten wir als ausgesprochen hoch. Eine Einschränkung haben wir allerdings bei den insgesamt "lernschwachen" Kinder erlebt, die oft die Aufgabenstellung nicht erfasst haben und die Übungen nicht alleine erfolgreich bearbeiten konnten. Sie irrten mehr oder weniger "ziel- und planlos" durch das Programm und brauchten Anleitung und Unterstützung, um weiterzukommen und über ihre Erfolge (geschaffte Orden) die Lust an der Arbeit aufrecht zu erhalten. Dies war aber nur bei wenigen Kindern der Fall.
Verknüpfung zum SchriftbildEin interessantes Phänomen erlebten wir, als wir nach einigen Monaten zum ersten Mal die Schriftsprache verwendeten und den Kindern Wortmaterial zeigten, zunächst ohne das dazugehörige Bild. Die Kinder konnten ohne Zögern die Wörter korrekt aussprechen, weil sie zu dem Schriftbild das ihnen bekannten Wort assoziierten und daher sprachlich richtig wiedergaben. Der hohe Aufforderungscharakter des angebotenen Materials hat die Kinder sehr motiviert und war Anlass, die zeitlich begrenzte Unterrichtssituation zu erweitern und mit Wizadora in eine projektorientierte Arbeit einzusteigen. Die multimediale Ausrichtung des Materials hat das Interesse der Kinder (und auch unseres) über einen langen Zeitraum konzentriert und hat mit dem nachmittäglichen Wizadora-Café eine gelungene äußere Form gefunden.
Schulische Aspekte in Harmonie mit FreizeitgestaltungDer Klassenraum und die Schule haben sich für die Kinder zum Lebensraum erweitert, nicht zuletzt durch die hohe Beteiligung ihrer Eltern. Es hat sich gezeigt, dass die Arbeit am Computer in hohem Maß verknüpft war mit sozialen Kontakten und dass viele Kinder den nachmittäglichen Treffpunkt nutzten, um sich mit ihren Mitschülern zu treffen und gemeinsam zu spielen. Dabei waren die selbst organisierten freien Spielformen auf dem Schulhof sehr beliebt und standen in harmonischem Wechsel mit den strukturierten Angeboten im Klassenraum. Ebenso haben sich schulische Aspekte (Lernen) mit Freizeitverhalten ganzheitlich verwoben.Lernen in der realen SituationDurch den Café-Betrieb hat das Projekt darüber hinaus auch eine Ernsthaftigkeit gewonnen durch das ganz reale Verkaufen und Geld verdienen (Lernen in der realen Situation und nicht in der "wir tun mal so als ob"-Schulstunde). Auffallend war, dass es wenig Konflikte untereinander gab, weniger als an den Schulvormittagen. Auffallend war auch die anhaltende Freude, am Nachmittag zu kommen (freiwillig!!!), es gab niemals Unmutsäußerungen. Im Vordergrund stand immer der Wunsch dabei zu sein. Einige Kinder organisierten andere Freizeitaktivitäten um, damit sie donnerstags ins Wizadora-Café kommen konnten.
Die eigens für das Projekt initiierten und organisierten Elemente wie die Theke im Klassenraum und der Computerraum haben sich sinnvoll und bereichernd in den Schulalltag integriert. Das Café wurde immer wieder als Rahmen für andere Aktivitäten genutzt, beispielsweise für ein Grillfest mit Eltern und Geschwistern, einen orientalischen Nachmittag als Abschluss einer Klassenlektüre und wurde damit ein wertvoller und fester Bestandteil des schulischen Lebens.
Verbindendes ElementWizadora wurde zu einem verbindenden Element für uns alle. Es hat uns einen gemeinsamen Nenner verschafft, den Kindern untereinander und uns Lehrkräften mit den Schülerinnen und Schülern. Wir alle haben Wizadora geliebt. Sie wurde zu einer selbstverständlichen Identifikations- und Integrationsfigur und hat damit Zusammengehörigkeitsgefühl und Zusammenhalt verstärkt.