Bilder vermögen es, viel stärkere Emotionen auszulösen als purer Text, dies ist schon lange kein Geheimnis mehr. Mit hoher Emotionalität gehen jedoch auch eine größere Identifikation mit den handelnden Personen, eine höhere Aufmerksamkeit und damit verbunden eine höhere Informationsverarbeitung und -speicherung einher. Komponenten, die den Lernprozess in starkem Maße beeinflussen. Es dürfte Schwerstarbeit sein, Jugendliche heutzutage alleine durch das Vorlesen eines Gedichts in solche Stimmungen zu versetzen und derart zu "aktivieren". Die professionellen Vorträge der Gedichte, unterlegt mit eindrucksstarken Bildern, sind zumindest aus kognitionspsychologischer Sicht ideal für das Einfühlen in Lyrik und für das Memorieren von Inhalten.
Wer Jugendliche mit einzelnen "Poem"-Clips durch die hohe Informationsdichte und die starken Sinneseindrücke überfordert sieht, irrt. In der Medienforschung werden in jüngerer Zeit verstärkt evolutionspsychologische Ansätze verfolgt, die das Gegenteil belegen. Da Jugendliche heutzutage in einer stark mediatisierten Umgebungen aufwachsen, in denen sie täglich mit zahlreichen Medien und vor allem Fernsehprogrammen à la Viva und MTV konfrontiert werden, haben sich mit der Zeit neue Rezeptions- und Verarbeitungsmodi herausgebildet. Jugendliche haben im Gegensatz zu älteren Mediennutzern beispielsweise kaum Probleme mit schnell geschnittenen Bildern.