Wolfram Händel
26.08.2003

Zur Beurteilung eines Referats

Wie im Unterricht allgemein müssen auch die Bewertungskriterien für Referate transparent sein. Während die inhaltlichen Anforderungen variieren, lassen sich formale Bewertungskriterien gut auf einer Checkliste zusammenfassen.

Anforderungskatalog

Transparente Bewertungskriterien
In Zusammenarbeit mit der Klasse sollten Kriterienkataloge als Hilfestellung für Referate und deren Bewertung entwickelt werden. Dies trägt in hohem Maße zur Transparenz und Akzeptanz der Beurteilungen bei. Beides kann durch individuelle Feedback-Gespräche mit den referierenden Schülerinnen und Schülern verstärkt werden. In meinen Klassen entstanden zwei Anforderungskataloge, die mit der Zeit ergänzt wurden: einer für den formalen Inhalt und die Gestaltung, der zweite für den thematischen Inhalt. Den ersten Anforderungskatalog, der unabhängig vom Unterrichtsfach verwendet werden kann, finden Sie am Ende dieses Kapitels als Download. Bei dem inhaltlichen Kriterienkatalog ist es die Aufgabe der Jugendlichen, für ihr Referat eine passende Reduktion zu wählen und diese zu begründen. Eine entsprechende Kriterienaufstellung bietet sich allerdings für jeden Themenbereich neu an. Gleichzeitig können dann die formalen Gesichtspunkte wiederholt werden.

Gewichtung der Arbeitsschritte
Die Betrachtung der zahlreichen möglichen Einzelleistungen zeigt, dass die Nutzung von Internet-Quellen keineswegs das Ende sinnvoller Referate und Eigenleistungen bedeutet, sondern dass lediglich eine Verlagerung der Arbeitsschwerpunkte stattfindet. Schwerpunkte sind jetzt die Auswahl und Bewertung der Quellen, eine sinnvoll reduzierte Zusammenstellung der Inhalte und die optimierte Gestaltung. Wie die Bewertungsmatrix für die schriftliche Ausarbeitung eines Referats aussehen kann, zeigt die RTF-Datei im Download. Und natürlich zählt nach wie vor der mündliche Vortrag - dessen Gewichtung aus den oben genannten Gründen relativ hoch anzusiedeln. So ist bei der Notengebung folgende Verteilung möglich:

  • Vortrag (oder Präsentation): 50 Prozent,
  • Quellenarbeit und (davon abhängiger) Inhalt: 25 Prozent,
  • Gestaltung des schriftlichen Referats: 25 Prozent.

Fachlicher Inhalt des mündlichen Vortrags
Dabei ist klar, dass der fachliche Inhalt des mündlichen Vortrags automatisch Einfluss auf dessen Bewertung hat. Man könnte die Bewertung des Vortrags auch noch einmal nach Inhalt und Form aufspalten. Hier lässt sich allerdings eine konkrete Verteilung durch den Gesamteindruck, den ein Vortrag hinterlässt, kaum genau und für jedes Klassenmitglied gleich angeben. Generell ist zu bedenken, dass die oben angegebene Verteilung nur unter dem Gesichtspunkt gilt, dass der fachliche Inhalt keine gravierenden Mängel (Lücken, Fehler, Unverständlichkeit ...) aufweist. Treten ganz offensichtliche Mängel im Inhalt auf, wird dies bereits zur Abwertung des Vortrags führen.

Bezugsnormen für die Bewertung
Der schriftliche Teil ist innerhalb der Klasse relativ gut mit dem festgeschriebenen Anforderungskatalog vergleichbar. Hier kann man also eine soziale oder eine sachliche Bezugsnorm verwenden. Für den Vortrag, der in hohem Maße von der Persönlichkeit, der Redegewandtheit und der Übung der vortragenden Person abhängt, ist ein Vergleich zu den vorhergehenden individuellen Leistungen die Konsequenz. Dies ist wichtig, um stillere oder inaktive Schülerinnen und Schüler nicht von Anfang an schlecht erscheinen zu lassen, sondern sie an ihren ständigen eigenen Verbesserungen zu messen. Das ist natürlich beim ersten Referat schwierig. Dann kann die gewöhnliche mündliche Beteiligung als Vergleichbezug dienen.

Schuelerreferate-Kontrollblatt-formal.rtf
Schuelerreferate-Bewertungsmatrix.rtf
 

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