WinFunktion Chemie & Biologie ist ein gelungenes Bindeglied zwischen didaktisch aufbereiteten Lernprogrammen und reinen Nachschlagewerken. Da es kein eigenständiges Lernprogramm ist, ist es als Nachhilfetool weniger geeignet. Die Nutzerinnen und Nutzer sollten die Grundlagen des Lernstoffs bereits kennen. Denn nur dann kann man das Programm zur Vertiefung und besonders zur visuellen Veranschaulichung der Inhalte mit mehr als 2.800 Grafiken und Fotos optimal ausschöpfen. Die interaktiven Anwendungen und Simulationen verleihen WinFunktion auch eine spielerische Komponente und lockern die Inhalte auf. Das Programm bietet umfangreiche Informationen zur Biologie und Chemie, der Schwerpunkt liegt jedoch auf Seiten der Biologie. WinFunktion Chemie & Biologie enthält 125 Unterprogramme, aus denen fünf große Themenpakete geschnürt wurden.
In dieser Simulation kann man Untersuchungen zur Populationsdynamik anstellen (Abb. 1, bitte auf den Platzhalter klicken, dann öffnet sich der Screenshot). Auf dem Planeten "Wa-Tor" leben Beutefische und Haie, welche herumschwimmen und sich vermehren. Und natürlich fressen die Haie die Fische. Die Populationen von Jäger und Beute sind Schwankungen unterworfen. Über die Einstellung der prozentualen Anteile der Meeresbewohner, deren Generationszeit und die maximale Fastenzeit der Haie kann man das Verhältnis der Populationen beeinflussen. Die resultierenden Populationsentwicklungen werden in einem Diagramm visualisiert.
Auch die Simulation zur Diffusion ist grafisch ansprechend aufbereitet (Abb. 2). Hier lernen die Kids, welchen Einfluss Membranen bei der Diffusion spielen. Über die Veränderung der Umgebungstemperatur und der Anzahl der Moleküle kann man in das System eingreifen. Zu den Besonderheiten des Programms zählen auch die folgenden Elemente:
StärkenVisuell ist das Angebot sehr ansprechend. Die Stärken des Programms liegen eindeutig in den einfachen und schönen grafischen Darstellungen sowie in den aussagekräftigen Simulationen (Meiose und Mitose, Fortbewegung von Tieren, Diffusion, Ökologie), die auch im Unterricht eingesetzt werden können (falls Klassenraum- oder Schullizenz vorhanden, sonst Demonstration per Beamer). Hervorzuheben ist auch, dass spannende Themenbereiche, wie zum Beispiel das Schreiben in Blindenschrift, die im Unterricht nur marginal behandelt werden, interessant aufbereitet sind. Zusatzinformationen, zum Beispiel "Das Tierreich in Zahlen" und die detaillierten Elementinformationen, geben auch auf sehr spezielle Fragen Auskunft.
WermutstropfenWinFunktion - Chemie & Biologie deckt ein sehr breites Themenspektrum ab. Dies impliziert eine gewisse Unübersichtlichkeit, einzelne Themenbereiche werden zwangsläufig recht oberflächlich abgehandelt. Zur Vertiefung ist man dann auf zusätzliche Medien angewiesen. Einige Standardthemen der Biologie, zum Beispiel Evolution und Entwicklungsbiologie, sucht man leider vergeblich. Da die verschiedenen Schwierigkeitsanforderungen nicht gekennzeichnet sind, können Lernende schnell unter- oder auch überfordert werden. Die etwas veraltete Installation kann für Einsteiger zum Ärger führen - für solche Probleme steht dann aber eine kostenlose Hotline bereit:
Kristin Kaplan studiert zur Zeit (Juli 2002) im 6. Semester Biologie und Geographie (Sek I/II) an der Universität Bonn.