Birgit Gee
08.07.2003

Phase 2: newspapers - Analyse britischer Zeitungen

In den nächsten Wochen verwandelte sich die Schule von einem Konferenzstandort in ein Pressezentrum, in dem die Analyse britischer Zeitungen im Zentrum der Unterrichtsarbeit stand.

Überblick: Print-Material
Das in der Reihe newspapers im Unterricht verwendete Material wurde britischen Tageszeitungen vom 17. bis 20. Januar 2003 entnommen, die direkt aus England bezogen wurden. Eine sich allein auf die Online-Archive beschränkende Zeitungsanalyse hätte voraussichtlich nur einen begrenzten Motivationswert und könnte aufgrund der Verfügbarkeit der Texte als Einzelartikel keinen Anspruch auf vollständige Erschließung der Textsorte newspapers erheben. Ein derartiges Projekt ließe sich mit einer anderen Zielsetzung im Rahmen einer Analyse ausschließlich von Online-Zeitungen durchführen, indem man sich beispielweise auf die vergleichende Analyse bestimmter Textsorten, wie Leitartikel oder Leserbriefkolumne, beschränken würde. Bei der Auswahl der Zeitungen wurde auf ein breites Spektrum geachtet, um den SchülerInnenn zu verdeutlichen, dass trotz der Unabhängigkeit und Überparteilichkeit der Presse, wie sie häufig im Titelkopf beschworen wird, oftmals eine politisch gefärbte Berichterstattung festzustellen ist.

Online-Analyse zu Schwerpunktthemen
Da aufgrund der Länge der Unterrichtseinheit oil spills trotz des großen Schülerinteresses eine inhaltliche Ermüdung der Lerngruppe in der Behandlung der Ölkatastrophe festzustellen war, wurde im ersten Eindruck der Zeitungsanalyse darauf geachtet, dieses Thema weitgehend auszuschließen und andere, tagesaktuelle Themen zu behandeln. Die Zeitungsartikel wurden nicht didaktisch aufbereitet, um die Auseinandersetzung mit authentischem Material zu fördern. Es wurde ein breites Angebotsspektrum mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bereitgestellt, aus dem die SchülerInnen eine Auswahl gemäß ihrer Neigungen treffen konnten. Die SchülerInnen bekamen später den Arbeitsauftrag, sich außerhalb der Unterrichtszeit in Kleingruppen nun wieder über die Darstellung der Katastrophe in mindestens zwei verschiedenen Zeitungen zu informieren. Die Archive der im Internet erhältlichen Online-Zeitungen machten diese Untersuchung möglich. Gegenstand der Untersuchungen sollten neben der quantitativen Auswertung vor allem die Kriterien der Neutralität, Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und Aktualität der Informationen sein. Den SchülerInnen wurde die Auswahl der inhaltlichen Schwerpunktsetzung überlassen.

 
 

Einige Gruppen beschränkten sich nicht auf die Analyse britischer Zeitungen, sondern entschieden sich für eine Analyse der Berichterstattung durch amerikanische Zeitungen oder bekannte Umweltorganisationen. Die in den Reihen oil spills und newspapers thematisierten Aspekte stellten bei der Bearbeitung dieser Aufgabe eine wichtige Entscheidungshilfe dar, indem sie begründete Auswahlkriterien lieferten. Diese Aufgabenstellung wurde gewählt, um eine von den individuellen Schülerinteressen ausgehende Auseinandersetzung mit den recherchierten Texten anzuregen und Kriterien für das abschließende Zeitungsprojekt zu geben. Nachdem geklärt wurde, dass den unterschiedlichen Arbeitsgruppen verschiedene Zeitungen und Themenschwerpunkte zur Analyse bereitstanden, einigte man sich auf den Erwartungshorizont der Ergebnispräsentationen und den zeitlichen Rahmen.

Präsentation und Evaluation
Während der folgenden Wochen wurden wöchentlich in einer vereinbarten Unterrichtsstunde Fragen zu der außerunterrichtlichen Arbeit geklärt und ein kurzes Feedback der einzelnen Gruppen zu dem Stand ihrer Recherche gegeben. Die fertigen Analyseergebnisse wurden von den Gruppen dem Plenum auf unterschiedliche Weise vorgestellt, diskutiert und mithilfe einer Videokamera aufgenommen. Darüber hinaus bekamen die SchülerInnen den Arbeitsauftrag, als Experten die Präsentationen ihrer MitschülerInnen mithilfe eines Evaluationsbogens zu beurteilen. Parallel dazu stand die Analyse britischer Zeitungen im Zentrum der Unterrichtsarbeit. Für die Erarbeitung wurde eine schüleraktive und produktorientierte Vorgehensweise mit handlungsorientierten Sequenzen gewählt.

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