Martina Kowallick
11.04.2003

Kritische Reflexionen

Das Feedback der Unterrichtseinheit "About a Boy"  der SchülerInnen deckt sich mit den Reflexionen der Lehrerin.

Kritische Reflexion durch die SchülerInnen

Die Mehrheit der SchülerInnen bezeichnete die Makrosequenz als Erfolg. Sowohl die Lektüre des Romans "About a Boy" von Nick Hornby und die inhaltliche Auseinandersetzung mit den dargestellten Problemen, als auch insbesondere die gemeinsame Erstellung der Dokumente für die Website wurde als positiv hervorgehoben. Nach Einstellen der html-Präsentation "A-bout A Boy" auf der Homepage der Schule wurde durchaus ein Gefühl des Stolzes über das fertige Produkt deutlich. Der Umgang mit den neuen Medien wird von den Lernenden als überaus motivierend und grundsätzlich notwendig für die Verbesserung ihrer individuellen Qualifikationen angesehen. Der kompetente Umgang mit dem neuen Technologien gilt als Schlüsselqualifikation für das Berufsleben.

Reflexion durch die Lehrerin

Ich bin mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Unterrichtseinheit durchweg zufrieden. Insbesondere die Ziele im Bereich der Methoden- und Sozialkompetenz können als erreicht angesehen werden. Die SchülerInnen haben ihre kritische Medienkompetenz durch die Arbeit mit den neuen Technologien erweitert und ihre Kenntnisse in der Anwendung von Textverarbeitungs-, Tabellenkalkulations- und Präsentationsprogrammen vertieft.

Internetnutzung
Bei der Internetrecherche hat es sich als sinnvoll erwiesen, den Lernenden einen relativ klaren Rahmen mit entsprechenden Vorgaben und Arbeitszielen zu geben, damit sich der Internetnutzer nicht in den Weiten des Informationsangebots verliert. Die Lehrkraft sollte den SchülerInnen eine ausgewählte Anzahl von URLs zu einem bestimmten Thema zusammenstellen, bzw. ein Thema in Form eines "WebQuests" bearbeiten lassen. So bin ich mit den verwendeten Quellen zum Aspekt "About single fathers" nicht uneingeschränkt zufrieden, da diese Quellen sehr einseitig sind. Hier ist es nötig, den SchülerInnen anhand der kritischen Auseinandersetzung mit einem Dokument deutlich zu machen, ob es sich um ausgewogene Darstellungen handelt.

Einsprachigkeit
Hinsichtlich des Prinzips der Einsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht zeigt sich, dass die Lernenden, obwohl ihnen entsprechende Redemittel zur Verfügung gestellt wurden, in den Gruppenarbeitsphasen, in denen es im Rahmen der Internetrecherche und Erstellung von Dokumenten um die Lösung technischer Probleme geht, dazu neigen, auf die Muttersprache zurückzugreifen. Dieses sollte nach dem Grundsatz der aufgeklärten Einsprachigkeit toleriert werden, so lange die Muttersprache der Erleichterung der Aneignungsprozesse dient.

boy_arbeitsmaterial.rtf
 

Zeitaufwand
Kritische Stimmen mögen den hohen zeitlichen Umfang für die Erstellung aufwändiger digitaler Dokumente anmerken. Es ist allerdings festzustellen, dass die Arbeitsergebnisse den zeitlichen Umfang rechtfertigen.

Gruppenarbeitsphasen
Als sehr positiv habe ich die Gruppenarbeitsphasen der SchülerInnen bei der Erstellung von Dokumenten empfunden. In diesen Phasen zeigte sich, dass sich die Lernenden insbesondere bei technischen Fragen unterstützten und auf diese Weise ihre sozialen Kompetenzen erweiterten. Es wurde außerdem deutlich, dass man als Lehrkraft bei technischen Fragen auf das Wissen der SchülerInnen, die quasi als Experten fungieren, zurückgreifen kann. Die Rolle der Lehrperson wird durch den Einsatz computergestützten Fremdsprachenunterrichts erweitert. Die Lehrkraft wird zum Organisator, Vermittler von Arbeitstechniken, Korrektor und schlüpft auch in die Rolle des Lernenden.

Europa im Unterricht
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