Ilona Gabriel
18.11.2002

Computergestütztes Stationenlernen - "SelMa"

Beim Lernen an Stationen handelt es sich um eine Form selbstständigen Arbeitens, bei der unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Lern- und Arbeitsgeschwindigkeiten, inhaltliche und methodische Zugänge und Betrachtungsweisen, Medien sowie unterschiedliche Sozialformen berücksichtigt werden.
 

Den SchülerInnen werden Wahl- und Pflichtstationen zur individuellen Bearbeitung angeboten, an welchen sie selbstständig und in beliebiger Reihenfolge gemäß ihren Möglichkeiten und Interessen Inhalte üben und festigen beziehungsweise neue Inhalte erarbeiten können. Die Ergebniskontrolle erfolgt ebenfalls selbstständig und eigenverantwortlich.

Warum Stationenlernen in der Sekundarstufe II?

Stationenlernen ist eine offene Unterrichtsform, die bisher meistens nur in der Grundschule oder in der Sekundarstufe I eingesetzt wurde. Die in der TIMS- und PISA-Studie offen gelegten Defizite im deutschen Mathematikunterricht erfordern jedoch sowohl inhaltliche als auch methodische Veränderungen der Unterrichtspraxis in allen Schulstufen. Das Stationenlernen ist eine Unterrichtsmethode, die einen problemorientierten Zugang zur Mathematik ermöglicht, die eine Balance zwischen Instruktion und Konstruktion gewährleistet und vor allem den Aspekt des selbsttätigen und selbstverantwortlichen Lernens in den Mittelpunkt rückt. Durch den Einsatz von Computern wird es möglich, vielfältige alltagsnahe mathematische Fragestellungen an verschiedenen Stationen zu erarbeiten.

Gestaltung des Stationenlernens mithilfe neuer Medien

Aufbau des Zirkels

Um den SchülerInnen ein breites Angebot machen zu können, sollte ein Lernzirkel etwa 15 bis 20 Stationen enthalten, die in acht bis zwölf Unterrichtsstunden selbstständig und eigenverantwortlich zu bearbeiten sind. Die Stationen werden im Klassenraum an verschiedenen Stellen aufgebaut und durch farbige Nummern gekennzeichnet. Die Farbe weist auf die Aufgabengruppe beziehungsweise das Themengebiet hin (siehe Abbildung 1; ein Klick auf die Platzhaltergrafik zeigt Ihnen eine typische Unterrichtssituation). Die SchülerInnen wechseln nach Bearbeitung einer Station ihre Plätze und damit auch ihre Sozialform und ihre Lernpartner. Zur Orientierung erhalten die SchülerInnen einen Laufzettel , der ihnen einen Überblick über die vorhandenen Wahl- und Pflichtstationen, die benötigten Voraussetzungen und die gewünschte Sozialform gibt.

  • Laufzettel
    Beispiel eine Laufzettels zur Matrizenrechnung.
 

Wann ist der Computereinsatz sinnvoll?

Der Einsatz des Computers bietet sich besonders bei mathematischen Inhalten an, deren Berechnung oder grafische Darstellung ohne den Computer sehr mühsam und zeitaufwändig ist. Durch interaktive Animationsprogramme können zum Beispiel Funktionsverläufe gut visualisiert werden, sodass SchülerInnen viel schneller vom Beobachten und Vergleichen von Vermutungen zum Formulieren von Gesetzmäßigkeiten kommen, als dies im traditionellen Mathematikunterricht möglich ist.

HTML-Stationenzirkel

Wenn ein Stationenzirkel komplett als HTML-Version vorliegt, kann das ansonsten sehr aufwändige Lernen an Stationen erheblich einfacher und schneller organisiert werden, da durch die Installation auf einem Server eines vernetzten Computerraums gleich mehrere Stationen mit interaktiven Ergebniskontrollen zur Verfügung stehen. Dieses Angebot muss dann nur noch durch Aufgabenstellungen auf Karteikarten beziehungsweise handlungsorientierte Elemente wie Memory-, Domino- oder Puzzlespiele ergänzt werden.

Zusatzinformationen

Links

Literatur

  • I.Gabriel, H. Heske
    Tarifsysteme und Bogenbrücken. Stationenlernen mit neuen Medien im Mathematikunterricht.
    Computer und Unterricht 11, H. 44, S. 16 bis 19
 

Informationen zur Autorin

Ilona Gabriel
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