Wolfgang Steveker
28.10.2002

4 - Ablauf des WebQuests

Wichtig ist, dass die SchülerInnen während der Arbeit an einem WebQuest ein Angebot zur Unterstützung erhalten, das sie bei Bedarf nutzen können.

Autonomie ist schwer zu realisieren
Im Prinzip organisieren die SchülerInnen ihren Lernprozess autonom, das heißt sie nehmen Auswahl, Sichtung und Bewertung der Materialien hinsichtlich der Lernzielrelevanz selbst vor. In offenen, netzbasierten Lernumgebungen ist die eigenständige Organisation des Lernprozesses jedoch oft mit der Gefahr einer Überforderung verbunden. Die nicht-lineare, latent chaotische Struktur des Internet sowie die in der Regel sehr ungenauen Ergebnisse von Suchmaschinen können schnell frustrieren oder zu Desorientierung führen.

 

...und wirft Fragen auf

Selbstgesteuerte Recherchen erfordern von den Lernenden darüber hinaus eine Vielzahl von Entscheidungen: "Welche Informationen brauche ich als nächstes?", "Wo suche ich diese Informationen?", "Wie relevant ist die gefundene Information für mein Ziel?" (vgl. Reinmann-Rothmeier / Mandl 1998: 471). Wer also (insbesondere jüngere) SchülerInnen bei der Arbeit im Netz einfach sich selbst überlässt, der darf sich nicht wundern, wenn die erste Begeisterung schnell in Frustration und Entmutigung umschlägt.

 

Ein Gerüst hilft

Wichtig ist, dass die SchülerInnen während der Arbeit an einem WebQuest ein Angebot zur Unterstützung erhalten, das sie bei Bedarf nutzen können. Dodge schlägt daher vor, in das WebQuest-Dokument eine detaillierte Beschreibung des Prozesses und seiner Teilschritte, die die Lernenden beim Lösen der Problemstellung zu durchlaufen haben, zu integrieren. In vielen WebQuest-Dokumenten wird dies so gehandhabt, meines Erachtens kann aber eine viel flexiblere Hilfestellung durch eine Veränderung der Lehrerrolle herbeigeführt werden, die Moser (2000: 43-44) wie folgt beschreibt:

"[D]er Akzent des didaktischen Prozesses [liegt] auf dem Lernen der Schüler, welche aktiv nach Informationen suchen, die ihnen auf dem Weg ihres Quests weiterhelfen. Lehrkräfte übernehmen dabei stärker die Funktion von Beratenden oder Coaches: Sie unterstützen die Schüler dort, wo sie Zweifel haben, ob ihr Lernweg in eine Sackgasse führt, und sie geben Hilfestellungen, wenn diese in Schwierigkeiten kommen oder nicht mehr weiter wissen."

 

Ein solche Art der Hilfestellung wird in der Theorie des Konstruktivismus als Scaffolding (etwa: ‚ein Gerüst bauen') bezeichnet.

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