JobbenDie Annäherung an das Thema erfolgt "von uns aus", das heißt von dem erwünschten oder realisierten Lebensstandard der (Mehrzahl der) eigenen Schülerinnen und Schüler, die sich bestimmt Konsumwünsche erfüllen (wollen) und dafür gerne jobben.
RechtslageErgänzend dazu kann die die Frage nach der Rechtmäßigkeit und Zulässigkeit von Kinderarbeit thematisiert werden. Dabei sollte auch auf die Altersstruktur der "Arbeitenden" eingegangen werden. Beispielsweise dürfen in Deutschland Kinder unter 13 Jahren laut Jugend-Arbeitsschutzgesetz (JArbSchG § 5) gar nicht legal gegen Bezahlung arbeiten.
Arbeitsblatt 1 dient mit "Kleinanzeigen zur Jobsuche" als Grundlage für das Gespräch über Geldverdienen und Konsum.Dateigröße: 30 KB
Ein anderer Einstieg wäre auch über die Handys der Schülerinnen und Schüler möglich. Angesichts des Handy-Verbots im Unterricht könnten die Schülerinnen und Schüler endlich einmal das im Unterricht tun, was sie sowieso gerne tun: Modelle und Verträge vergleichen (prepaid oder "richtiger" Vertrag?) und vor allem: über die Finanzierung reden. Das Unterrichtsgespräch könnte verallgemeinernd die Konsumgewohnheiten und -zwänge der Jugendlichen thematisieren und/oder zum Thema Schülerjobs führen.
Möglich ist auch ein direkter Einstieg in medias res über eine Sensibilisierungsphase. Diese kann aus einer Internet-Fotostrecke bestehen oder durch einen Film eingeleitet werden.
InternetDie Schülerinnen und Schüler informieren sich auf ausgewählten Webseiten und setzen ihre Recherche in einer kurzen Präsentation vor der Klasse um. Die folgenden Websites eignen sich für den unterrichtlichen Einsatz in dieser Phase:
Da das Thema aber immer wieder von der Presse aufgenommen wird, sind auch hier Texte aus den Printmedien als Informationsgrundlage eine Alternative oder schöne Ergänzung im Hinblick auf ein Medien-Mix.
Methodisches und inhaltliches Kernstück der Unterrichtseinheit ist ein Rollenspiel, das von den Schülerinnen und Schülern (in arbeitsteiligen Gruppen) auf der Basis der oben verwendeten Internetseiten sowie mithilfe eines Audio-Features des SWR ausführlich vorbereitet wird.
Arbeitsauftrag zur Internet-RechercheDateigröße: 21 KB
Arbeitsaufträge zur Erarbeitung der RollenDateigröße: 36 KB
Das gut funktionierende ökonomische Gleichgewicht, in dem die ausbeuterische Kinderarbeit eine zentrale Rolle einnimmt, gerät in eine Krise und verursacht Turbulenzen, wenn durch Intervention von außen dieses System in Frage gestellt wird. Erst dann wird deutlich, auf welchen Interessen und Notlagen die Kinderarbeit basiert. Deshalb soll im Rollenspiel eine solche "Krisensituation" simuliert werden, hervorgerufen durch eine "positive" Intervention einer fiktiven Kinderhilfsorgani-sation, die die Kinder aus ihrem menschenunwürdigen Arbeitsleben retten möchte - ein Anliegen, mit dem sich die SchülerInnen sicher spontan identifizieren können.
Bei der Durchführung des Rollenspiels und in einer reflektierenden Plenumsdiskussion wird dann deutlich, dass diese "Befreiung" nicht so einfach ist und ein sehr komplexes Geflecht von ökonomischen und moralischen Argumenten durchschaut und berücksichtigt werden muss. Nicht zuletzt auch das der eigenen Konsuminteressen, so dass die Unterrichtsreihe damit eine Abrundung erfährt. Insofern könnte latent auch eine kritische Haltung gegenüber manch "naive" Hilfsangebot entstehen.
Anregungen für die Diskussion im PlenumDateigröße: 25 KB
Ein Arbeitsauftrag eher für höhere Klassenstufen: In einem schriftlichen Essay/Flugblatt-Text könnten die Schülerinnen und Schüler ihren (Er-)kenntniszuwachs unter Beweis stellen. Gern kann dieses Ergebnis im Internet präsentiert werden!Dateigröße: 28 KB
Sämtliche medialen Formen bieten sich in spezifischer Weise an: Filme oder eine Fotostrecke zur Sensibilisierung (online und offline), Texte diverser Provenienz (Internet, Zeitungen), und Websites zur Informationsentnahme sowie ein Online-Hörfunk-Feature des SWR für das Spiel mit den multifaktoriellen Zusammenhängen.