In der Gedicht-Datei, die unten auf der Seite zum Download angeboten wird, finden Sie das Nasobem aber so geschrieben, wie es sein soll.
Auf seinen Nasen schreiteteinher das Nasobem,von seinem Kind begleitet.Es steht noch nicht im Brehm.Es steht noch nicht im Meyer.Und auch im Brockhaus nicht.Es trat aus meiner Leyerzum ersten Mal ans Licht.Auf seinen Nasen schreitet......einher das Nasobem.
Die Textdatei, in der sich das Gedicht mit unvollständiger dritter Strophe findet, wird geöffnet. Es folgen ein kurzes Gespräch über den Strich über dem -e- und die Klärung von unbekannten Wörtern (Meyer, Brockhaus, Brehm und Leyer).
Nun vervollständigen die Schülerinnen und Schüler die letzte Strophe. Man kann ihnen den Hinweis geben, dass sie ganz ähnlich ist wie die erste. Allerdings sollen sie das Reimschema und die Anzahl der Hebungen in den Versen beachten. Dann werden die verschiedenen Varianten besprochen, und dabei kommt es zu einer ersten Annäherung an den Text.
Schließlich wird die Originalversion von einer anderen Datei aus geöffnet. Sie sieht folgendermaßen aus:
Auf seinen Nasen schreiteteinher das Nasobem,von seinem Kind begleitet.Es steht noch nicht im Brehm.Es steht noch nicht im Meyer.Und auch im Brockhaus nicht.Es trat aus meiner Leyerzum ersten Mal ans Licht.Auf seinen Nasen schreitet(wie schon gesagt) seitdem,von seinem Kind begleitet,einher das Nasobem.
Ein Schlüssel zu dem Gedicht ist das Wörtchen "seitdem", was ein Vergleich der Schülerversionen mit dem Original und ein Gespräch darüber verdeutlichen können. Die Kinder sollen also die entsprechende Frage beantworten. Dabei sollten die SchülerInnen zunächst nach dem innertextlichen Bezug der Adverbiale "seitdem" suchen. Diesen Bezug sollten sie am PC farbig herstellen. Dann fügen die SchülerInnen den Hyperlink ein und erläutern das "seitdem" - beispielsweise, indem sie den Dichter als den Schöpfer des Tieres erkennen.
Wenn die Kinder dann herausgefunden haben, dass es das Nasobem gibt, seitdem es aus "der Leyer" des Autors "ans Licht" getreten ist, muss eben diese Aussage erläutert werden - jedoch nicht im fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräch, sondern indem sie einige vorformulierte Sätze auf ihre Plausibilität hin überprüfen.
Dieses Verfahren ist bei komplexeren Zusammenhängen ein guter Kompromiss aus Vorgabe und eigenem Erarbeiten durch die SchülerInnen. Sie bekommen also als Teil der Datei die folgende Frage:Was könnte mit dem Satz: "Es trat aus meiner Leyer/ Zum ersten Mal ans Licht" gemeint sein? Wähle aus den folgenden Möglichkeiten diejenigen aus, die dir am passendsten erscheinen, und begründe.
Das Unterrichtsgespräch über die angekreuzten Möglichkeiten (von denen selbstverständlich mehrere im Sinne des Texts "richtig" sind), ist gewissermaßen eine einfache Form der Hinführung zur Interpretation. Wiederum wird die Bildlichkeit vieler Gedichte deutlich; das erfundene Geschöpf verselbstständigt sich, erlangt äußere Gestalt. Die Kinder müssen sich entscheiden zwischen einer (völlig willkürlichen und beliebigen) Antwort auf der Textebene, wie z.B. der ersten, und einer Antwort, die auf die Absicht des Dichters mit seinem Text zielt. Die Verselbstständigung von Erdichtetem findet man übrigens gerade bei Morgenstern häufig, man denke z.B. auch an sein kleines Gedicht :
Auf einem Wandkalenderblattein Leu sich abgebildet hat.Er blickt dich an, bewegt und still,den ganzen 17. April.Wodurch er zu erinnern liebt,dass es ihn immerhin noch gibt.
Letztendlich führt dieser Unterrichtsschritt mittelbar auch zu der Frage, was Lyrik überhaupt ausmacht. Erweiternd kann man nun das Tier wiederum zeichnen lassen, kann mit einer Textverarbeitung Hyperlinks setzen und beispielsweise mittels Hyperlink den Begriff "Leyer" näher erläutern lassen, der von "Lyra" kommt - womit man dann bei der etymologischen Grundlage von Lyrik und der Verbindung von Gedichten und Musik ist. Ebenso kann man "Brockhaus" oder "Brehm" mit einem textinternen Link erläutern lassen.
Hier finden Sie das Nasobem in richtiger Schreibweise - zum einen das Gedicht in unvollständiger Aufgabenform, zum anderen die Komplettfassung.Dateigröße: 5 KB