Den einschneidenden Neuerungen durch die medienbasierte Gestaltung hat sich das Fach Kunsterziehung zu stellen. Wenn es stimmt, dass die Kommunikation in der Informationsgesellschaft zunehmend über "Bilder" funktioniert, eröffnet sich für das Fach eine große Chance, da in keinem anderen der Umgang mit Bildern (Bilder erzeugen und "lesen") gelehrt wird. Das Ziel eines Zugangs zu den digitalen Bildwelten aus dem Blickwinkel des Faches Kunst muß es sein, Kinder und Jugendliche zu einem sachgerechten, selbstbestimmten, verantwortungsbewussten, kritischen und vor allem kreativen Umgang mit den Medien zu befähigen.
Die "neuen Medien", soweit sie unter dem Zeichen der digitalen Revolution für das Fach Kunsterziehung bedeutsam sind, berühren vier Schwerpunkte: Printmedien, Animation und Video, Multimedia, Internet. Dabei sind in allen Bereichen Realisierungen in 2D- wie 3D-Bildwelten möglich und sinnvoll:
In diesen Beispielen wird der Computer als Werkzeug bei Gestaltungsaufgaben benützt, SchülerInnen entfalten im Unterricht mit dem Computer spielerisch und frei ihre schöpferischen Kräfte oder sie gestalten Information für eine authentische, zweckgerichtete Kommunikation (Kommunikationsdesign). Die bestehenden Lehrpläne der meisten Bundesländer verpflichten nicht zum Computereinsatz, sie machen ihn aber in sehr vielen Fällen möglich und sinnvoll.
Soweit der enge Zeitrahmen des Faches es zulässt, wird der Computer als Medium aber auch Gegenstand der Reflexion sein. Dies kann am sinnvollsten an den mittlerweilen herausragenden Beispielen der Medienkunst innerhalb der Kunstgeschichte und an Beispielen digitaler Bildwelten in der Alltagsästhetik (Werbung, Videoclips, Computerspiele, Bildmanipulation) geleistet werden.
Die für den Kunstunterricht geeigneten Programme verlangen eine leistungsstarke Hardware mit entsprechender Zusatzausstattung (Scanner, Farbdrucker, SW-Laserdrucker, Videoschnittstellen, Soundkarte, großer Monitor (ab 17 Zoll) Arbeits- und Massenspeicher).
Zwei Modelle für den Einsatz des Computer im Kunstunterrich haben sich bewährt:
In jedem Fall bietet es sich an, fächerübergreifend, arbeitsteilig, selbständig und auch einmal außerhalb des Stundenrhythmus an Projekten zu arbeiten. Das gehört zur traditionellen Kultur des Fachs Kunst.Der Entwicklung von Bilddatenbanken und dem Einsatz von Beamern im Unterricht als Ersatz für Diasammlung und Diaprojektion ist im Moment erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken.
ist seit 1978 Lehrer für Kunsterziehung am Gymnasium Ottobrunn bei München. Seit 1993 ist Dr. Wagner als Landesbeauftragter für den Computereinsatz im bayerischen Kunstunterricht zuständig - verantwortlich für verschiedenste Projekte und Lehrerfortbildungen. 1997 Promotion in Kunstgeschichte, 1998 Medienreferent beim "Bund deutscher Kunsterzieher". Von 1998 bis 2000 war Dr. Ernst Wagner Fachbetreuer für Kunst bei Lehrer-Online.
Didaktik, Medienkompetenz, Gestaltung, Printmedien, Animation, Audio, Video, Internet