Peter Welskop
21.03.2000

Neue Medien und Innere Differenzierung im Lateinunterricht

Die Ausgangssituation: Grammatik und Wortschatz versus Interpretation ?

Neue Medien und Innere Differenzierung im Lateinunterricht

Das Fach Latein gilt unter SchülerInnen oft als reines "Paukfach". Kontinuierliches Lernen und Wiederholen des Wortschatzes und des grammatisch-syntaktischen Pensums von der ersten Lektion an ist notwendig, um in der Lektürephase nicht ständig im grammatisch-syntaktischen Sumpf zu versinken. Schwierigkeiten, die sich oftmals auf die mangelnde Kenntnis des Grundwortschatzes zurückführen lassen, rücken die inhaltliche und interpretatorische Seite der Textarbeit in den Hintergrund.

Innere Differenzierung

Innere Differenzierung umfasst - wir wissen es seit Klafki - alle Maßnahmen des Lehrenden, die darauf abzielen, innerhalb einer Lerngruppe durch pädagogische und didaktische Maßnahmen die persönlichen Faktoren der SchülerInnen zu berücksichtigen: individuelle Fähigkeiten, Fertigkeiten, Interessen, individuelle Lerntypen.
Dies ist natürlich im Zuge großer Klassenstärken vielfach ein didaktischer Wunschtraum, die Realität sieht in den allermeisten Fällen anders aus.

Neue Medien und innere Differenzierung

Neben der Möglichkeit, neue Inhalte durch die Verwendung Neuer Medien im LU zu erarbeiten oder erarbeiten zu lassen, liegt auch im Bereich der gezielten Wiederholung und Einübung von Lernvokabular und Grammatik und der Vertiefung der Kenntnisse in den Res Romanae ein oft noch ungenutztes methodisch-didaktisches Potential des PC-Einsatzes - insbesondere in der Zielrichtung  der inneren Differenzierung des Unterrichts.

 

Projektarbeit und innere Differenzierung

Projektarbeit zeigt immer auch die Vorteile eine Unterrichtsform, die darauf beruht, dass SchülerInnen zwar thematisch eng zusammenarbeiten, dabei aber durchaus mit individuellen Unterschieden in der Arbeitsweise, stofflichem Umfang, Schwierigkeitsgraden, im Idealfall auch Interessen, Lern- und Arbeitstempo und auch mit zum Teil unterschiedlichen Lernzielen arbeiten und lernen. Koordination und Zusammenführung der unterschiedlichen Teilarbeiten zu einem Gesamtwerk zählen demnach zu den zu beherrschenden "Künsten" dieser didaktisch differenzierten Form des Unterrichts.

PC-Einsatz  im LU

Differenzierungsbereiche

Es gibt prinzipiell zwei Differenzierungsbereiche. Zum einen kann innerhalb des Mediums (insbesondere bei der Arbeit im und mit dem Internet) differenziert werden, nach Aufgabenstellung, Schwierigkeitsgrad, Lern- oder Arbeitstempo. Zum anderen bietet der PC-Einsatz die Möglichkeit, einzelne SchülerInnen oder auch Gruppen mit ähnlichen Defiziten gezielt dadurch zu fördern, dass die Lehrperson die Aufmerksamkeit ganz ihnen widmen kann. Währenddessen führen die übrigen SchülerInnen ähnliche Übungen, Wiederholungen oder Vertiefungen selbständig am Rechner durch. An Software, ob nun schulbuchspezifisch oder schulbuchunabhängig, mangelt es inzwischen kaum noch. Lediglich ihr Einsatz findet heute aus vielerlei Gründen noch nicht in dem Maße statt, das sinnvoll wäre. Auch im Internet trifft man auf eine wachsende Zahl von Ressourcen, die eine grob angeleitete, aber im Prinzip selbstständige und didaktisch differenzierte Schülertätigkeit zulassen. Beispiele hierfür finden sich in der kommentierten Linksammlung.

Konkretisierung

Eine Dokumentation, die aufzeigt, wie der Einsatz Neuer Medien auch in Übersetzungsphasen sinnvoll gestaltet werden kann, stellt die Examensarbeit "Computereinsatz als Mittel der Binnendifferenzierung" von Johanna Salsa dar.

Die vollständige Arbeit können sie auf den Seiten des Berliner Bildungsservers im Bereich  schulpraktische Seminare Latein einsehen.

Ergänzung zum Thema

Software-Einsatz im LU

Zu diesem allgemeineren Thema hat Herr K. Niederau einen Vortrag mit dem Titel "Computergestützter Latein-Unterricht. Möglichkeiten und Grenzen." gehalten. Herr Niederau ist der "Vater" der schulbuchunabhängigen Lehr- und Lernsoftware NAVIGIUM und kann bereits auf zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung des Programms zurückblicken.

Den kompletten Vortrag können Sie  hier nachlesen.

Informationen zum Autor

Peter Welskop
 
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