Redaktion / PM
16.02.2016

Medienfasten: Es geht auch mal ohne

Oft vor der Glotze, das Smartphone im Dauerbetrieb und viel im Netz unterwegs, aber das Gefühl, zu wenig Zeit für Familie, Freunde und Hobbys zu haben? Die Fastenzeit kann ein guter Anlass sein, in der Familie das eigenen Medienverhalten zu überdenken und sich auch mal eine digitale Auszeit zu nehmen, rät SCHAU HIN!, der Medienratgeber für Familien.
 

"Es ist wichtig, auch einmal nicht erreichbar zu sein und von unserem schnelllebigen Alltag und der Fülle an Informationen Abstand zu gewinnen. Eine Medienauszeit bietet Kindern Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit, auch mal ohne PC, Handy & Co. ihre Freizeit zu gestalten", empfiehlt Kristin Langer, Mediencoach bei "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht".

 

SCHAU HIN! Tipps

Gemeinsame Absprachen
Verabredet die Familie ein Medienfasten, legen alle gemeinsam fest, welche Geräte an welchen Tagen und zu welchen Zeiten Pause haben, etwa ein medienfreier Tag pro Woche. Es kann auch vereinbart werden, ein Tagebuch zu führen, um die gesammelten Eindrücke festzuhalten und zu besprechen. So wird daraus ein gemeinsames Erlebnis für die ganze Familie.

Alternativen anbieten
Ein medienfreier Tag eignet sich in Familien mit jüngeren Kindern gut, um mal wieder Brettspiele hervorzuholen oder sich eine eigene Medienwelt zu kreieren. So entsteht ein Fernseher aus Karton oder ein Mobiltelefon aus zwei Joghurtbechern, die mit einer Schnur verbunden sind. Statt Hörbüchern können Familien sich gegenseitig Geschichten erzählen oder reihum erfinden. Sicher macht es auch Spaß, in die Rolle eines Fernsehhelden zu schlüpfen: Benjamin Blümchen oder die Maus kann als Vorlage für eine Verkleidung dienen. Das beflügelt nicht nur die Fantasie, sondern bietet eine gute Möglichkeit in der Familie über die Bedeutung der Medien im Alltag nachzudenken.

Challenge als Motivation
Um den Ehrgeiz für ältere Kinder zu erhöhen, kann man das Medienfasten auch zur "Challenge" machen. Handysektor bietet unter www.handysektor.de/challenge im Rahmen der "Real-Life-Challenge" ein Kartenspiel mit 19 Aufgaben, wie "24 Stunden Handyfasten" oder "Telefonieren statt buchstabieren". Für jede Aufgabe gibt es Punkte und die Möglichkeit, ein Fazit zu schreiben. Die Person mit den meisten Punkten kann etwa bestimmen wohin der nächste Familienausflug geht.

Regeln helfen auch außerhalb der Fastenzeit
Doch auch außerhalb des Medienfastens ist es für Eltern sinnvoll, Absprachen mit ihren Kindern für die Mediennutzung zu treffen. Zum Beispiel hat das Handy beim Essen, bei den Hausaufgaben oder vor dem Schlafengehen Sendepause. Während des Schlafens ist das Handy ganz auszumachen. Am besten halten sich daran alle in der Familie. Hierfür kann man eine Art "Handyparkplatz" an einem gemeinsamen Ort einrichten. Bei Medienzeiten gilt als Orientierung diese Faustregel: nicht länger als zehn Minuten pro Lebensjahr am Tag, bei Kindern ab zehn Jahren eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche. Mit zunehmenden Alter können sich Kinder die Zeit selbstständig einteilen.

Eltern sind Vorbilder
Generell ist es wichtig für Kinder, wenn Eltern ihnen einen bewussten Umgang mit Medien vorleben. Dazu zählt etwa, nicht ständig per Handy erreichbar zu sein und dieses bei Gesprächen, während des Essens, beim Spielplatzbesuch oder bei der Autofahrt auszuschalten. Vor allem können Eltern zeigen, dass sie sich den Alltag nicht von der Mediennutzung bestimmen lassen: kein Tippen auf dem Smartphone, während man aktiv Zeit mit dem Kind verbringt und kein Eintakten der Freizeit nach dem Verlauf des Fernsehprogramms. Dazu gehört zudem, berufliche Telefonate und Mails nicht während der Familienzeit entgegenzunehmen oder zu beantworten.

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