Redaktion / PM
25.07.2014

SCHAU HIN! Mit "Selfies" bewusst umgehen

Viele Kinder und Jugendliche wollen ihre Erlebnisse mit Freunden teilen und posten Fotos mobil in sozialen Netzwerken oder versenden sie über Messenger. "SCHAU HIN!" rät Eltern mit ihren Kindern über geeignete Motive und Kanäle zu sprechen und selbst Vorbild zu sein.
 

Jugendliche teilen sich gern anderen mit, viele über Selbstporträts in mobilen Messengern oder sozialen Netzwerken und versehen sie mit bestimmten Schlagworten ("Hashtags"). Sie nutzen "Selfies" um andere in Echtzeit an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen, zur Kommunikation anzuregen oder um herauszufinden, ob sie für andere interessant sind. Denn gute Schnappschüsse versprechen direktes Feedback über viele "Likes" und "Follower". "Kritisch wird es, wenn sich Jugendliche unter Druck gesetzt fühlen, anderen ständig etwas Außergewöhnliches bieten zu müssen und wenn sie darüber vergessen die realen Momente ungestört zu genießen und erleben", sagt Kristin Langer, Mediencoach von "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht", dem Medienratgeber für Familien.

 

Tipps zum Umgang mit Selfies

Selbstdarstellung kritisch betrachten
Manche Jugendliche eifern auch Stars wie Rihanna, Miley Cyrus und Justin Bieber nach, die regelmäßig "Selfies" posten, um die Beziehung zu ihren Fans und das eigene Image zu pflegen. "Eltern können ihr Kind dazu anregen, nicht jeden Trend mitmachen zu müssen. Also vor dem Posten genau überlegen, ob man die Partybilder der letzten Nacht auch Fremden zeigen würde", so Mediencoach Langer. Grundsätzlich gilt: Jugendliche sollten gerade auf allzu private Bilder verzichten. Diese sind sehr persönlich und haben im Netz nichts zu suchen.

Bildrechte anderer beachten
Oft sind auf den Schnappschüssen auch andere Personen zu erkennen, deren Rechte am eigenen Bild gewahrt werden müssen. Denn fehlt bei verschickten Bildern die Einwilligung der abgebildeten Person, bedeutet dies eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Hierauf und damit möglicherweise verbundene rechtliche Konsequenzen sollten Eltern ihre Kinder hinweisen.

Chatregeln vereinbaren
Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind besprechen, welche Motive und Kanäle passend sind sowie welche Konsequenzen das Verschicken und Hochladen persönlicher Bilder haben kann. Denn Bilder, die einmal ins Netz gestellt wurden, lassen sich kaum wieder entfernen. Andere können sie speichern, verfremden oder bearbeiten. Gleichzeitig sollten Eltern mit ihrem Kind Chatregeln vereinbaren. So sollte es sparsam mit eigenen Daten umgehen, stets mögliche Folgen der Weitergabe beachten und Vertrauliches lieber offline besprechen. Zudem sind soziale Netzwerke wie "Facebook" und mobile Nachrichtendienste wie "WhatsApp" für minderjährige Kinder generell nicht geeignet, da deren Daten schnell in fremde Hände gelangen und sie leicht durch fremde Nutzer kontaktiert werden können.

Unangenehme Bilder melden
Am besten signalisieren Eltern ihrem Kind, jederzeit bei Problemen zu helfen, ohne dass es gleich ein Internet- oder Handyverbot fürchten muss. Kursieren Bilder online, die einem unangenehm sind, können Eltern oder Jugendliche selbst diese dem Betreiber oder Stellen wie www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de oder www.i-kiz.de nutzen und bei schwereren Fällen auch der Polizei melden. Facebook und Instagram bieten etwa die Möglichkeit, Inhalte zu melden.

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