Redaktion / PM
24.03.2014

Check: Viele Apps wollen zu viel wissen

Kaum jemand, der ein Smartphone besitzt, möchte auf sie verzichten: Apps. Sie erleichtern oft den Alltag, sind aber auch wissbegierig.
 

Viele der kleinen Programme sichern sich unnötig umfangreiche Zugriffsrechte auf persönliche Daten. Und wenn Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Anbietern kommunizieren wollen, stellen sich diese stumm. Das zeigt ein App-Check, den das Projekt "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) durchgeführt hat. Im März 2014 wurden 50 Apps untersucht, die sowohl im Google Play Store als auch im Apple iTunes Store zu kaufen sind.

 

Kleine Datenstaubsauger

Ergebnisse des App-Checks
"Viele Apps sind wie kleine Datenstaubsauger, die möglichst alle Informationen über ihre Nutzer sammeln möchten. Wer nicht alles preisgeben will oder Fragen hat, dem werden Steine in den Weg gelegt", sagt Projektkoordinatorin Carola Elbrecht. Dass eine Navigations-App auf Standortdaten zugreifen muss, leuchtet ein. Doch dass auch Spiele diese Daten abfragen und sogar auf Kalenderdaten zugreifen, lässt sich mit der Funktion der App nicht erklären. Der App-Check hat gezeigt, dass die Anbieter häufig so viele Daten wie möglich abfragen. Was mit diesen Daten passiert, ist meist völlig unklar. Von den 50 Anbietern hat sich nur die Hälfte bei Nachfragen zu Detailinformationen über Zugriffsberechtigungen zurückgemeldet. Nur vier Anbieter konnten hilfreiche Antworten geben.

Mehr Transparenz nötig
"Der App-Check hat gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die Nutzung von Apps künftig transparenter und sicherer zu machen", sagt Elbrecht. Der vzbv appelliert an Verbraucherschutzminister Heiko Maas, mit klaren Regelungen für App-Anbieter, auch aus dem Ausland, die sichere Nutzung von Spielen und anderen Anwendungen zu garantieren:

  • Zugriffberechtigungen - so viel wie nötig, so wenig wie möglich
    Apps sollten sich generell nur die Zugriffsberechtigungen einräumen, die für die Nutzung der App erforderlich sind. Zwingende Zugriffsberechtigungen sind optisch hervorzuheben. Dabei sollte auch deutlich werden, zu welchem konkreten Zweck sie notwendig sind. Die Nutzerin beziehungsweise der Nutzer muss die Möglichkeit haben, einzelne Berechtigungen zu verweigern beziehungsweise diese zu deaktivieren.
  • Verbraucherfreundliche Kontaktmöglichkeiten
    App-Anbieter müssen eine für Verbraucherinnen und Verbraucher einfach zugängliche Kontaktadresse zur Verfügung stellen, an die sie sich mit Fragen zu Datenschutz, Zugriffsberechtigungen und sonstigen Themen wenden können. Vor dem Herunterladen und der Installation einer App sollte der verantwortliche App-Anbieter mit Name, Anschrift und Kontaktadresse benannt werden.

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